3-Tages-Hüttentour „Vom Haardtrand zur französischen Grenze“, 14.05. – 16.05.2016

TeilnehmerInnen: Thomas Storz Sonja Schüle-Storz, Inge Löhle, Andreas Eichhorn, Carsten Pfaffmann, Peter Minkel, Daniel Weyrauch, Axel Holz, Stefan Eckert, Wolfgang Brunke, Elfriede Herrmann

Wanderführer: Lothar Cron und Thomas Förster

Mit dieser Wanderung fand die „Tradition“ der Pfälzerwald Durchquerungen eine erneute Fortsetzung. Wie immer, eine neue Streckenführung, aber dieses Mal mit 2 Übernachtungen.

Die Wettervorhersage für die kommenden 3 Tage ließ einiges an Regenwetter erwarten, aber wir waren darauf vorbereitet. Pfingstsamstag traf sich die Gruppe um ca. 08:20 Uhr am Bahnhof in Edenkoben. Dem „Roten Kreuz“ zu folgend ging es durch die Weinberge in Richtung Villa Ludwigshöhe, ließen die links liegen und hatten bald den Hilschweiher erreicht. Den Talgrund weiter entlang erreichten wir die Edenkobener Hütte und uns die ersten Regentropfen. Kaum waren die Regenhauben über die Rücksäcke gezogen, Regenschirme bereitgemacht und Anoraks übergezogen, hörte es auch schon wieder auf. Das erste und letzte Gastspiel des Regens am heutigen Tag. Also bei moderaten Temperaturen….. ein akzeptables Wanderwetter. Hinter der Hütte zog der Weg als „Engelsleiter“ hinauf zur Lolosruhe, dann hinüber zum Schänzelturm und schließlich zum Forsthaus Heldenstein. Das kam gerade recht für eine längere Pause. Ein Blick zum Himmel erübrigte die Frage, ob wir auf der Terrasse Platz nehmen wollten. Wir gingen lieber hinein. Für die Kaffeetrinker kann es aber knüppelhart. Es ist schon erstaunlich für welchen stolzen Preis dünner Kaffee an den müden Wanderer gebracht wird. Leider passte auch der Kuchen zur gebotenen Kaffeequalität. Mit erholten Beinen folgten wir der „Hochstraße“ bis zur Schutzhütte Lärchengarten. Hier stießen wir auf die Markierung „Grün-Blauer Streifen“ und folgten ihr in südlicher Richtung. Über weitere Stationen wie den Schwörstein und Eußerthal erreichten wir am späten Nachmittag Gräfenhausen. Eigentlich ist es von hier aus nur ein Katzensprung zu unserem Tagesziel der Jungpfalzhütte, aber irgendwie zogen uns unsere Wanderstiefel weitausgreifend in östlicher Richtung um den Adelberg herum. Eine kurze, weglose Einlage führte uns aber wieder auf die gewünschte Strecke zurück, so dass wir allesamt nach ca. 35 Km gegen 18:00 Uhr die Hütte erreichten. Der Ausblick von der Terrasse ist einfach atemberaubend und man wähnt sich eher in Kanada als im Pfälzer Wald. War in den zurückliegenden Jahren Grillen angesagt, so bewirtete das Hüttenteam uns dieses Mal mit einem leckeren Rollbraten und einem gut sortierten Salatbuffet. Einquartiert waren wir dieses Mal im „U-Boot“-Lager („Johann das Wasser muss raus“). Gewohnt eng und dunkel, aber eben mit genanntem Feeling. Müde von der Tour fanden die meisten bald in ihre Koje. Anders die Hüttenmanschaft, die auch um 02:30 noch quietsch fidel im Gastraum feierte. Am nächsten Morgen ging es, nach gewohnt super gutem Frühstück („ wie machen die das nur, bei dem Preis?“), um ca. 08:30 Uhr weiter. Eine lange Kante stand uns bevor, die so noch keiner von uns vorher gegangen war. Um es nicht ausufern zu lassen wählten wir den direkten Weg zur PWV Hütte „Hohe List“, ganz im südwestlichsten Winkel des Pfälzer Waldes. Am Anfang vertrautes Terrain. Rinnthal, Wilgartswiesen, Hauenstein. Wegestrecke und bevorstehender Regenguss überzeugten uns in der Hütte am Paddelweiher eine Kaffeepause einzulegen. Welch ein Kontrast zum Vortag! Kaffee sehr aromatisch, schöne Crema und 1a Kuchen. Geht doch! Nach der Pause hatte auch der Regen aufgehört und so ging es weiter zur Dicken Eiche bzw. dem was davon übrig blieb. Es ist wirklich traurig wie dieser einst stolze Baum von Vandalen zerstört wurde. Das gleichnamige Wanderheim ließen wir etwas östlich liegen und stiegen direkt nach Erfweiler hinab. Durch den gepflegten Ort weiter nach Dahn, wo wir uns in der Eisdiele am Denkmal ein letztes Mal für die lange Waldetappe stärken konnten. Pfingstsonntag, rund um Dahn waren viele Wanderer und Ausflügler auf den Beinen. Vorbei an Braut und Bräutigam, den Campingplatz durchquerend und hinunter zum Gnadenhof (für Tiere), wurde es bald wieder ruhiger und man konnte die Waldesruhe wieder genießen. Am Eder Berg entlang erreichten wir das Mückenplätzel und es ging in einem kurzen Stich zum „Hohle Felsen“ am südlichen Rand des Kleinen Mückenkopfs. Von hier aus direkt nach Westen. Der gut markierte Weg führt hier über schmale Pfade, breite Waldwege und immer wieder schmale Asphaltstraßen. Diese erinnern daran, dass dieser Teil der Pfälzer Waldes sehr stark durch die amerikanische Armee genutzt wurde und etliche Kampfmittellager und Stellungen versteckt im Wald lagen. Braunsberg, Eichertswald, Zigeunerfelsen, dann war das Wanderheim gegen 18:00 Uhr erreicht. Ca. 39 Km hatten wir unter die Sohlen genommen. Die Hüttenmannschaft wollte schon die Küche schließen, aber so viele hungrige Mägen ließen doch wieder die Pfannen glühen. Wir fanden sehr schöne Schlafräume vor und warme Duschen gab es auch. Das Hüttenteam wirkte zwar noch etwas unerfahren aber hoch motiviert und wir fühlten uns bestens versorgt. Als dann noch die Gitarre ergriffen wurde und Oldies der 60-80er Jahre gespielt wurden, gab es auch für uns kein Halten mehr. Aus vielen Kehlen wurde mitgesungen, von Pink Floyd bis CCR! Ein super Abend. Montagmorgen erwartete uns ein gutes Frühstück mit auffallend reichhaltiger Käse Auswahl. Auch hier dem Hüttenteam ein ganz herzliches Dankeschön. Wir kommen sicher wieder.

Heute eine kürzere Etappe. Wir wollten nach Hinterweidenthal. Am Großen Koppenbach entlang durch das Stephanstal hindurch gelangten wir nach Glashütte. Bisher nur im Abstieg ging es nun wieder schweißtreibend den Mühlberg hinauf. Via Keimskreuz, Schönhälschen und Laubbrunnen erreichten wir Lemberg und stiegen zur Ruine empor. Einer der alten Gewölbekeller ist zu einer Gaststätte ausgebaut und hier gab’s´ dann eine längere Pause. Da wir gegen 16:00 Uhr im Brauhaus von Hinterweidenthal sein wollten brachen wir bald wieder auf. Über den Hummelberg zur Ruine Ruppertstein, die leider nicht erklommen werden konnte, da der Zugang noch immer gesperrt ist. Auf neuer Wegetrasse (durch den Ausbau der B10 ist der ursprüngliche Weg noch nicht zugänglich) steuerten wir dann das Wahrzeichen des Pfälzer Waldes an. Den kurzen Abstecher hinauf zum Teufelstisch ließen wir aber aus und wanderten direkt zum Brauhaus. Hier wollten wir unseren Abschluss machen. Das gelang aber nicht wirklich. Zwar war das Bier sehr süffig, aber der Service hatte so seine Probleme und wir wollten noch den Zug rechtzeitig erreichen. Immerhin, auch die Abschlussetappe wies ca. 22Km auf.

Fazit. Eine lange aber schöne Tour. Für die zu erwartenden Verhältnisse ein passables Wetter. Gute Hüttenverpflegung und vor allem wieder einmal nette und interessante Mitwanderer und Mitwanderinnen. So macht Wandern Spaß!

Thomas Förster