CIMG11543. Gemeinschaftsskitour mit der Sektion Neustadt auf den Gran Paradiso

Das dritte Jahr nacheinander machten die Nachbarsektionen Neustadt und Landau unter der Leitung vom FÜL Johann Höllwart zusammen eine Skitour. Die ersten beiden gingen in die Schweiz (Wildhorn- und Etzlihütte). Jetzt gings zu viert (Carlo Minges, Martin Wenig, Tobias Huber) nach Italien zum Gran Paradiso. Mit 4061 m der höchste Berg ganz in Italien – so wie der Watzmann bei uns quasi 🙂

Über Bern, Genfer See und den Großen Sankt Bernard (Tunnel 44,00 SFr hin und zurück) gings über Aosta ins Valsaveranche, wo man nach ca. 24 km Auffahrt den Parkplatz am Talschluss in Pont-Breuil (1950 m) erreicht. Von hier direkt mit den Ski aufi in gut 3 Stunden zur Stützpunkthütte für die nächsten drei Tage, Rifugio Vittorio Emanuele II (2735 m). Zum Glück war das Wetter „nur“ durchwachsen. Denn der teils sehr steile Hüttenaufstieg wäre sonst gleich sehr schweißtreibend gewesen.

Trotz dem besonderen Berg ist die Hütte recht gemütlich und sehr nett geführt – man merkt gleich, dass man in Italien ist. Wenn auch der Hüttenchef nicht so richtig mit dem Wetterbericht für die nächsten Tage rausrücken wollte. Dafür war aber immer das Abendessen mit Pastvorspeise, Hauptgericht und Käsenachtisch top. Auch Rotwein und Birra Moretti waren erschwinglich.

Nachdem wir vorab das beste Wetter für Mittwoch als Gipfeltag für den Gran Paradiso ausgemacht hatten, gingen wir bei sehr stürmischen Verhältnissen dienstags zum „Eingehen“ auf einen Nachbargipfel, den La Tresenta (3609 m). Über teils verblasene steile und glatte Flanken hoch bis zum Skidepot. Die letzten 100 – 150 Höhenmeter kämpften wir uns so bis zum Gipfel. Für den Abstieg zum Depot schnallten wir uns vorsichtshalber die Steigeisen an, da die Felsen und der Hang steil und rutschig waren. Die Abfahrt war anfangs steil aber lohnend, die Schneeverhältnisse buono. Das Wetter wurde auch besser, so dass wir vor der Hütte noch bissl Seil- und Knotentechnik, sowie Spaltenbergung üben konnten.

Am Gipfeltag (Mittwoch, 30.03.) gab´s um 6.00 Uhr Frühstück. Um 7 Uhr ging´s los. Bei noch teils bedeckten und sehr windigen Verhältnissen sollte uns ein grandioser Tag erwarten. Steil zieht die Route links hinter der Hütte den Gletscher hinauf. Über steile Passagen müssen die Spitzkehren sitzen, geht es gerade im oberen Bereich ab 3700 m doch so steil ab, dass auf dem eisigen Untergrund ein Fehler verherende Folgen haben würde. Darum zogen wir auch frühzeitig die Harscheisen an. Im Gipfelbereich mussten wir im Skidepot erst mal die Ski so verstauen, dass der Wind sie nicht wegbläst. Noch vorsichtig den Gipfelfels mit Steigeisen hoch und die Schlüsselstelle gesichert am Seil rüber klettern zur Gipfelmadonna (4061 m). Rechtzeitig zu dem Zeitpunkt gegen Mittag verzogen sich die Wolken und die Sonne bescherte mit blauem Himmel einen herrlichen Weitblick bis hinüber zum Mont Blanc.

Nach 300 hm Abfahrt machten wir erst mal ein gemütliche Rast in der Sonne. Nach weiteren 1100 m „downhill“ hatten wir die Hütte erreicht, wo alle noch für einige Stunde gemütlich in der Sonne saßen und viel zu erzählen hatten.

Am letzen Tag zogen wir noch mal zum Talschluss auf über 3100 m hinauf und fuhren die ganze Talabfahrt bis zum Parkplatz zurück. Zunächst etwas schwierig wegen des aufziehenden Nebels. Unten im Wald war noch einmal Slalomtalent gefragt wegen der Birken und unbiegsamen Lerchen. Wettermäßig alles richtig gemacht. Und wieder mal eine tolle Tour (mit 4000 Hm) unter der Leitung von Johann. Grazie Gianni!

Bericht: Tobias Huber