Um es gleich vorwegzunehmen: Unser Ausflug mit den Mountainbikes nach Ischgl war eine rundum gelungene Sache. Neben dem Radeln in der beeindruckenden Landschaft war dies unserem Guide Philipp zu verdanken. Er hatte alles perfekt organisiert und war stets für Wünsche und Vorschläge der Mitfahrer offen. Also nochmals vielen Dank an dich Philipp für dein großes Engagement bei der Vorbereitung und Durchführung der Fahrt!☺

Doch nun zu unserem Hauptanliegen während der gemeinsamen Zeit in Ischgl: dem Biken.

„Anspruchsvolle Bike-Touren in dem berühmten Wintersportort“ – mit diesen Worten warb der Untertitel im Jahresprogramm für einen viertägigen Aufenthalt im Paznauntal. Diese Beschreibung war durchaus zutreffend, denn „Anspruch“ hatten unsere Touren vor Ort wirklich – vor allem hinsichtlich Kondition und Fahrtechnik.

Als konditionell fordernd erwiesen sich die teilweise langen und steilen Anstiege: 1500 Höhenmeter waren es beispielsweise am zweiten Tag von unserer Ferienwohnung hinauf zum Idjoch (2800m). Glücklicherweise war im Mietpreis unserer Ferienwohnung die so genannte „Silvretta-Card“ inbegriffen. Mit dieser waren Fahrten samt Fahrradtransport in Liften und Seilbahnen kostenlos möglich. Wer sich also für die Abfahrt etwas frisch halten wollte, konnte die Gondel benutzen.

Etwas „Frische“ war für den weiteren Weg vom Idjoch absolut notwendig. Wir wählten den in der Bikerszene recht bekannten „Vellil-Trail“, einen etwa 10 km langen Pfad, der von dort oben 1500 hm bergab zurück nach Ischgl führt. Landschaftlich ein absoluter Traum, stellte der Trail zumindest in den unteren Abschnitten gehobene Ansprüche an die Fahrtechnik. „Wer sein Rad liebt, der schiebt“ – dies haben wir auf dieser Abfahrt schließlich alle länger oder kürzer gemacht.

Im Allgemeinen stellen ja fahrtechnisch anspruchvolle Wege für viele Biker eine Herausforderung dar. In Verbindung mit dem entsprechenden Ehrgeiz, eine knifflige Wegstelle zu meistern, ist es oft gar nicht so einfach, den richtigen Zeitpunkt zum Absteigen zu finden. Dies zeigte sich daran, dass während der vier Tage jeder von uns mindestens einmal sein Rad unfreiwillig verlassen hat. Bei Purzelbäumen über den Lenker oder etwas weniger kunstvollen Stürzen kam es jedoch zu keinen schlimmen Verletzungen. Nach langjähriger Fahrpraxis weiß man eben, wie man fallen muss…

Übrigens: Das erste und einzige schmerzverzerrte Gesicht gab es auf der Heimfahrt im Auto. Verena saß im Schneidersitz auf der Rückbank und verdrehte sich hierbei – wie auch immer – den Fuß. Gut dass wir einen Arzt in der Gruppe hatten, der mit etwas Ibuprofen aus seiner Reiseapotheke helfen konnte☺.

Die weiteren Touren vor Ort führten uns am Ankunftstag zur Lareinalm und am dritten Tag zur Ascherhütte. Den Abfahrtstag nutzten wir ebenfalls zum Biken: Unsere Tour führte uns zunächst wieder hinauf zum Idjoch, von dort über einen spektakulären Gratweg zum Palinkopf.

Nachdem unsere Räder über die gesamte Zeit sehr zuverlässig gerollt waren, kam es anschließend – ausgerechnet auf der letzten Abfahrt ins Tal – doch noch zu einer kleinen Pannenserie: Stefans Bremse war wegen verglühter Beläge nur noch bedingt einsatzfähig. Ich selbst musste kurze Zeit später wegen einem abgerissenen Ventil den Schlauch wechseln.

Sicherlich ist Ischgl „berühmt“ als Wintersportort. Jedoch ist es bezüglich der Landschaft, den Trails und der Infrastruktur auch ein super Standort für das Mountainbiken im Sommer. Als zusätzliches Plus gab es einen kostenlosen Mountainbike-Tourenführer mit topografischer Karte vom örtlichen Tourismusverband. Recht schnell waren wir uns einig: Hier radelten wir nicht zum letzten Mal!

Ischgl Bike-Arena 2013 – mit dabei waren Christian Böhme, Michael Eßwein, Philipp Kettenbach, Verena Lichtinghagen, Frank Mair und Stephan Pelzer.

Michael Eßwein