Kameradschaft, Spaß, gutes Essen und Schnee satt. So könnte man den ersten Teil (01.02. – 04.02.) der diesjährigen Skitour mit dem DAV Landau in den Bregenzer Wald wohl am Besten beschreiben.

Es war dunkel und es herrschte dichtes Schneetreiben als sich die Gruppe am Sonntag um 6:00 Uhr auf den Weg in den Bregenzer Wald machte. Geschlossene Schneedecke auf den Straßen. Das fing ja gut an. Glücklicherweise hörte es bald auf zu schneien, wir kamen bei nun freien Straßen zügig voran und erreichten, nach einem kurzen Raststätten-Kaffee-Zwischenstop kurz vor Mittag unser Ziel in Damüls.

Bei viel Schnee von unten aber auch von oben machten wir uns an die ersten 300 Höhenmeter zur Hütte. Wir wurden von der Vorgruppe in der warmen Hütte begrüßt, richteten uns häuslich ein, stärkten uns mit Kaffee und Kuchen und stiegen Richtung Elsenkopf (1.940m, Hausberg) auf. Es reichte zeitlich nicht ganz bis zum Gipfel, wir mussten ja nochmals ins Tal weiteren Proviant holen.

Die Abfahrt zurück zur Hütte und weiter ins Tal, Powder satt, Fahren wie auf Watte.

Nach einem weiteren schweißtreibenden Aufstieg zur Hütte, gemeinsamem Kochen, einem reichhaltigen Abendessen, schmackhaftem Bier und Wein, endete der Tag mit jeder Menge angeregter Gespräche.

Auch der nächste Tag brachte Schnee und nicht die beste Sicht, so fiel die Wahl auf das Brendler Lug (1.767m) mit Startpunkt in Au. 1.000 HM und Tiefschnee satt befriedigte trotz des nicht optimalen Wetters voll und ganz unsere Skitourenansprüche. Der Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes bei der netten Kubanerin am Kiosk an der Damülser Talstation bescherte uns dann einen Hüttenaufstieg im Dunkeln. Kurz vor Erreichen der Hütte riss die Wolkendecke auf, und der Mond ergoss sein Licht auf die Bömert-Hütte und den Hang darunter, einfach nur traumhaft. Wir belohnten uns mit einem fürstlichen Abendessen. Ein ganz besonderer Dank gilt Lothar für den ausgezeichneten Wein und Nora für die leckere Torte.

Am Morgen darauf, endlich Sonnenschein. Da immer noch Lawinenwarnstufe 3 herrschte wählten wir den 2.066m hohen Klippern als Tagesziel. Wir wurden nicht enttäuscht, ein angenehmer Aufstieg (den größten Teil hatte eine Gruppe vor uns bereits gespurt) und eine tolle Abfahrt in allerfeinstem Pulverschnee malte allen ein breites Tiefschneegrinsen ins Gesicht. Dieses Mal stiegen wir bereits in der Nachmittagssonne wieder zur Hütte auf und belohnten uns oben mit einem leckeren Weizenbier. Die obligatorischen Kässpätzle mit echtem Bregenzer Wälder Bergkäse, dazu Salat und als Nachtisch Mousse au Chocolat befriedigten unsere lukullischen Ansprüche.

Für einen Teil von uns brach der letzte Morgen an. Das hieß Talabfahrt mit dem ganzen Gepäck. Auf dem Weg nach unten brannten die Oberschenkel. Nichtsdestotrotz ließen wir es uns auch heute nicht nehmen noch auf Skitour zu gehen. Schließlich schien wieder die Sonne, und die Schneebedingungen waren immer noch top. Wir starteten ein weiteres Mal in Au diesmal Richtung Mittagsfluh (1.637m). Eine traumhafte Landschaft erwartete uns und jede Menge Glück. Wir waren nicht die ersten und konnten einmal mehr von der Aufstiegsspur der Gruppe vor uns profitieren. Der Weg zur Mittagsfluh führte über den Gipfel „Auf der Platte“ (1.555m). Da der Weg zum eigentlichen Ziel durch eine Senke führte, wir also hätten ab- und wieder auffellen müssen, die zweite Gruppe bereits im Bregenzer Wald war und wir ja noch heimfahren mussten, beendeten wir den Aufstieg an dieser Stelle und genossen in der Abfahrt jeden einzelnen gefahrenen Meter. Feinster Pulverschnee glitzerte in der Wintersonne. Schwung reihte sich an Schwung, als wir ein weiteres Mal unsere Spuren durch die noch jungfräulichen Hänge zogen. Wenn es ein Paradies für Skifahrer gibt hatten wir es gefunden.

Traditionell saßen wir danach noch gemütlich zusammen und tranken ein Abschiedsbier. Dabei trafen wir gleich noch einen Teil der zweiten Gruppe. Nach dem Abschied, einem kurzen Zwischenhalt am Käseladen und einer ruhigen und staufreien Heimfahrt erreichten wir gegen 19 Uhr unser Zuhause.

Ein wundervoller Kurzurlaub mit jeder Menge toller Eindrücke lag nun hinter uns. Und wir hatten das Optimum aus diesen vier Tagen heraus geholt. Wir hatten jede Menge zu lachen, waren jeden Tag bei absolut perfekten Schneebedingungen auf Skitour unterwegs, hatten zusammen gekocht und wahre Köstlichkeiten zubereitet und nicht zuletzt einen spitzenmäßigen Tourenführer mit einem prima Händchen für die richtigen Touren trotz der Lawinensituation. Vielen Dank Markus Petermann. Wir sehen uns wieder, ganz bestimmt!

Harald Winter