Nachdem der Ausflug 2020 wegen der „Corona-Pandemie“ ausgefallen war, ließen es sich sechs Mitglieder der Sektion Neustadt und der Nachbarsektion Landau nicht nehmen, im Rahmen der zulässigen 72 Stunden-Regelung in die schöne Schweiz zu fahren. Da das Wetter „traumhaft“ gemeldet war sollte nach der kurzfristigen Absage im Vorjahr die diesjährige Gemeinschaftstour auf jeden Fall klappen.

Pünktlich um 13 Uhr trafen wir uns am Parkplatz Morteratsch (1.896 m) im Val Morteratsch bei Pontresina im Engadin (GR). Dort konnten wir direkt die Skier anschnallen und die 600 Höhenmeter zur Bovalhütte (2.495 m) hochstapfen. Am späteren Nachmittag kamen wir auf der Hütte an, wo uns das Hüttenteam Ursina und Roberto freundlich empfingen. Schließlich waren wir bis zum Dienstag die einzigen Hüttengäste.

Am nächsten Morgen ging´s nach dem Frühstück um 7 Uhr kurz vor halb 9 los. Zuerst 100 hm runter auf den Morteratschgletscher, der leider, wie so viel Gletscher in den letzten Jahren, stark abgenommen hat. Gegenüber den Hang ansteigend immer in Richtung Diavolezza – eine Liftstation mit Restaurant und Hotel auf 2.978 m. Ausgangspunkt für viele Tourengeher auf den Piz Palü (3.901 m). Von da aus verläuft auch die längste unpräparierte aber gesicherte (Natur-)Skipiste bzw. Gletscherabfahrt der Schweiz mit 10 km Länge.

Wir aber zogen vor den Gletscherabbrüchen des Palü rechts hoch auf über 3.000 m Richtung „Gamsfreiheit“ – einem wunderbaren Aussichtsberg auf 3.185 m mit herrlichem Panorama-Rundumblick. Von da aus nach einer Brotzeitpause ab über einen grandiosen Gletscher und im Riesenslalom nordseitig um Felsen herum runter auf den Morteratschgletscher. Ein Träumchen bei blauestem Himmel und Sonnenschein pur.

Der Dienstag war leider schon wieder unser Heimreisetag. Dennoch stieg die Truppe, wie immer souverän angeführt vom FÜL Skibergsteigen der Neustadter Sektion, unserem Guide, dem Johann Höllwart, und geschützt mit viel Sonnencreme von der Hütte auf Richtung Piz Misaun. Gleicher Aufstiegsweg wie zum Piz Tschierva und Piz Morteratsch. Auf 3.000 m wurden die Felle abgezogen und die Schuhe zugeschnallt. Noch einmal hieß es 500 hm Abfahrt genießen.
An der Hütte angekommen packten wir unsere restlichen Sachen und hielten noch einen netten Plausch mit dem lokalen Hüttenwirt Roberto aus Pontresina. Ein, zwei Abschiedsfotos und weiter ging´s Richtung Tal (nochmal 600 hm). Der Schnee wurde durch die viele Sonne zunehmend etwas sulzig, die Buckelpiste dagegen war recht knackig. An der Gletscherzunge angekommen glitten wir noch ein paar Kilometer talauswärts, teilweise schiebend, bis zum Bahnhof Morteratsch, wo´s ein Abschlussbierchen mit Gletscherblick gab. Noch ein bisschen Shopping in St. Moritz und gut gelaunt und etwas verbrannt zurück in den Pfälzer Frühling.

Tobias Huber