Skitouren im Gebiet Bivio, CH – 5.-8.2.2026
Leitung: Dieter Klein (Hauptführer), Thomas Bibus (Co-Führung)
Gebiet: Oberhalb von Bivio, Graubünden (Schweiz)
Unsere Skitourentage in Bivio begannen mit einer sehr frühen Abfahrt um 3:30 Uhr. Nach einer unkomplizierten Fahrt von fünfeinhalb Stunden konnten wir direkt im Hotel unsere Zimmer beziehen und wurden dort ausgesprochen herzlich empfangen. Die Gruppe, bunt gemischt aus jüngeren und älteren Teilnehmern im Alter zwischen 33 und 70 Jahren, harmonierte von Anfang an hervorragend, was die kommenden Tage besonders angenehm machte. Trotz einer angespannten Lawinensituation mit Warnstufe 3 und ausgeprägten Schwachschichten im Altschnee fanden wir dank umsichtig gewählter Routenführung an jedem Tag eine passende und sichere Tour. Gleich am ersten Tag starteten wir auf den Rocabella, wo wir neben der Tour auch eine kleine Übung zur Verschüttetensuche durchführten, die uns für die kommenden Tage zusätzlich Sicherheit gab. Abends ließen wir den Tag stets entspannt in der Sauna, bei guten Gesprächen und hervorragender Halbpension ausklingen – das Hotel erwies sich als echter Glücksgriff.
Am zweiten Tag ging es nach einem ausgezeichneten Frühstück direkt hinter dem Hotel auf den Piz Scalotta (2991 m). Die Schneeverhältnisse waren zunächst schwierig, verbesserten sich jedoch ab etwa 2400 Metern deutlich. Immer wieder hörten wir Setzungs- und Wummgeräusche, die uns an die angespannte Lawinensituation erinnerten und zu besonders defensivem, bewusstem Aufstieg führten. Die Abfahrt belohnte uns schließlich mit überraschend gutem Schnee. Für den dritten Tag war ursprünglich der Piz Surgonda (3195 m) geplant, doch die Schneesituation erwies sich als zu heikel, weshalb wir während der Tour flexibel umplanten und stattdessen den Piz Campagnung (2825 m) bestiegen. Diese Entscheidung war genau richtig: Die Tour war landschaftlich beeindruckend und die Abfahrt ein echtes Highlight.
Der vierte Tag bildete den krönenden Abschluss. Wir bestiegen zunächst den Motta da Sett (2637 m), dessen Abfahrt im traumhaften Powder einem perfekten Finale gleichkam. Der Schnee war so gut, dass wir anschließend sogar noch einmal zum Pass dal Lunghin aufstiegen. Aufgrund der anstehenden Heimfahrt verzichteten wir dort auf den Gipfel, entschieden uns aber für eine weitere herrliche Abfahrt in feinstem Pulver. Insgesamt waren die Tage in Bivio geprägt von einer tollen Gruppendynamik, verantwortungsvoller Tourenplanung, beeindruckenden Landschaften und gleich mehreren Abfahrtsmomenten, die man nicht so schnell vergisst. Das Wochenende war von Anfang bis Ende ein voller Erfolg.
Thomas Bibus





