Nach nur 4,5 stündiger Fahrt erreichen wir vier (Werner, Jochen, Georg und ich, Corinna) den Parkplatz in Nesselwängle. Mehr oder weniger schwitzend, je nach Größe des Rucksacks, steigen wir zum Gimpelhaus auf. Dieses lassen wir aber links liegen und steigen weiter, zur kleinen schnuckeligen Tannheimer Hütte (1713m), die Werner als Stützpunkt ausgewählt hat, auf. Das stellt sich in den nächsten Tagen, dank des herzlichen Hüttenteams und der guten Küche, als gute Wahl heraus. Nach einer Pause und umpacken steigen wir zum Hausberg der Hütte „Hochwiesler“ auf und klettern dort den „Hüttengrat“ 5 Seillängen, Schwierigkeitsgrad (4+). Eine optimale Tour um sich an den Kalk zu gewöhnen. Abends lassen wir uns von Marion und Thomas verwöhnen und können das Abendmenue noch bei Sonne auf der Terrasse genießen.

Nach guter Nacht im gemütlichen Lager steht heute die „Gimpelsüdwand“ auf dem Programm. Die Tour „Neue Südostkante“ 10 Seillängen im 5. bis 6. Grad. Am Einstieg, den wir etwas suchen müssen, sind allerdings schon 2 Seilschaften vor uns und wir beschließen in einer Variante (6-) einzusteigen. Auf geht´s! Werner im Vorstieg, ich und Georg kurz hintereinander am Doppelseil und Jochen am Seil, das Georg mit nimmt, im Nachstieg hinterher. So schrauben wir uns in dieser Raupentechnik im besten Kalkgestein nach oben. Zwischendurch beschließen wir wieder eine Variante zu klettern, „Alte Südostkante“ (6 bis 7-). Aber alle schaffen die Schlüsselstellen (7-) technisch mit Trittschling! Leider zieht sich dann das Wetter zu und ein Gewitter naht. Die letzte Seillänge klettern wir Nachsteiger dann technisch, um schnell  auf den Gipfel zu gelangen. Am Gipfel kann ich gerade noch den Gipfelbucheintrag schreiben, dann kommt das Gewitter schnell näher und das Gipfelkreuz beginnt zu surren. Jetzt nur noch runter vom Gipfelgrat. Wir erreichen sicher die Wand und das Gewitter kommt auch nicht näher. Trockenen Fußes erreichen wir über 2´er Gelände den Wandfuß. Dort dann doch noch einige Tropfen auf dem Rückweg zur Hütte. Ein interessanter Tag, 300m schönste Kletterei, mit allem was das Gebirge zu bieten hat. Einstiegssuche und Wegfindung, schneller Rückzug, alpiner Abstieg….

Am nächsten Tag ist die „Zwerchwand “ unser Ziel. Auf dem Zustieg zum Wandfuß werden wir von Gämsen begrüßt. In der Wand sind, trotz des frühen Morgens, 6 Kletterer unterwegs. zwei Seilschaften davon in der Tour die wir rausgesucht hatten. Also heißt es Buch raus und umplanen. Wir entscheiden uns für die Tour 2005 im 5. Schwierigkeitsgrad. Auch hier wieder Einstiegssuche, aber Werner findet es und wir steigen mit bekannter Raupentechnik ein. Doch schon am 2. Stand die Frage rechts oder links? Im Buch steht den Bohrhaken folgen! Rechts sind Bohrplättchen, links Bühler!? Wir klettern nach rechts weiter. Aber schnell merkt Werner im Vorstieg und ich beim Sichern und Zuschauen, „Das ist nicht im 5. Schwierigkeitsgrad!?“Für uns Nachsteiger schon eine Herausforderung, aber wir schaffen die Seillänge, Schwierigkeitsgrad 6+, alle. Am Stand beschließen wir wieder abzuseilen, da die Tour schwerer weiter geht. Also hätten wir unten doch nach links klettern müssen. Wir seilen also nach links, in die Bühlerroute zu einem Stand ab, und klettern von dort in geplanter Tour weiter. Da wir 3 Nachsteiger aber doch vom Vortag platt sind, seilen wir nach 5 Seillängen (plus Einer „fremden“) ab. Das Wetter ist auch nicht ganz beständig. Auch nach dieser interessanten Tour erreichen wir sicher nur mit einigen Regentropfen die Hütte. Auf der Terrasse, denn das Wetter klart wieder auf, gibt es dann Kaffee, leckeren Kuchen und einen Überraschungsbesuch von Regina und Jörg, die auf dem Gimpelhaus nächtigen. Wir sitzen noch zusammen und steigen das erste Stück bis zum Gimpelhaus gemeinsam ab. Dort steigen wir 4 weiter ins Tal. Nach guter Heimfahrt gibt es noch eine Abschlußpizza in der Pfalz.

Schäähh war´s!!!

Corinna Baumann