Am Donnerstag machten sich vier Pfälzer auf den Weg nach Bayern mit dem Ziel Bayerischer Wald – eine Wanderung vom Arber über den Hohen Bogen zum Osser und wieder zurück zum Arber.

Das Wetter war für die sonnenverwöhnte 4er-Gruppe kein Hindernis: mit Winterreifen ausgerüstet machten sie erst mal Frühstückspause bei Andrea, um dann in der Bärwurzerei eine Schnapsprobe zu absolvieren. Gut gerüstet starteten wir dann zu sechst unsere Wanderung am Großen Arbersee (Joachim aus München wartete hier schon auf uns). Bei den Kältegraden war die  zuvor erworbene innere Wärme von großem Vorteil. Hier war alles weiß, kalt und noch mehr Schnee in Sicht. So stapften wir durch den frisch verschneiten Wald hinauf zum Gipfel des Großen Arber (1456m) und weiter zum Kleinen Arber, wo wir die einzigen Übernachtungsgäste auf der Hütte waren. Wir spazierten abends noch auf den Gipfel des Kleinen Arber, aber auch hier war die Sicht eher bescheiden.

Am nächsten Morgen war es zwar bitterkalt, wir wurden aber mit einer herrlichen Weitsicht zu den angrenzenden Gipfeln und nach Tschechien begrüßt. Am Kleinen Arbersee war bei unserer Ankunft die Natur erst am Erwachen, wir hatten den Großen Arber vor uns und genossen eine göttliche Ruhe. Mit dem Bus legten wir eine kurze Strecke zurück und besichtigten die Wallfahrtskirche in Neukirchen beim Heiligen Blut. Von dort ging´s hinauf zum Hohen Bogen, einem Bergrücken, auf dem wir sechs Gipfel erklommen haben.

In unserer Unterkunft, dem Haus Schönblick wurden wir nicht nur mit schöner Aussicht sondern auch mit vorzüglichen Speisen verwöhnt. Am nächsten Morgen sahen wir von der Terrasse aus schon unser Ziel, den Osser mit seinen zwei Gipfeln. Wir wanderten durch lichtdurchflutete Nadelwälder hinauf zum Grenzkamm. Diese Region war jahrzehntelang Sperrgebiet und keine Verbindung zum Nachbarn Tschechien möglich. Heute erinnern nur noch Grenzsteine und ein Streifen vom letzten Strum gerodeter Wald an die vergangenen Zeiten. Auch hier herrschte absolute Ruhe. Wir waren die einzigen Wanderer, hatten gute Sicht hinein nach Tschechien und jeder konnte seinen Gedanken nachhängen. Dann kam noch einmal ein steiler Anstieg zum Osserschutzhaus, das direkt an der Grenze auf deutscher Seite steht. Vor dem Abendessen machten wir uns noch auf zum Gipfel des Kleinen Osser. Dies war die gefährlichste Unternehmung der ganzen Tour, denn der Weg und der gesamte Granitberg war mit einer Eisschicht überzogen… Dennoch konnten wir die Abendstimmung genießen und auch unsere schon erklommenen Berge und die Wanderstrecken nachvollziehen. Was wir hier noch nicht ahnten war, dass uns eine furchtbar kalte Nacht in einem nicht geheizten Schlafraum bevorstand. Inge, Andrea und Harri waren in dieser Nacht dem Erfrierungstod nahe!! Am nächsten Morgen setzten wir unseren Weg am Grenzkamm, entlang des Künischen Gebirges, fort und umwanderten als Abschluß noch den Großen Arbersee – auch hier herrschten Temperaturen wie im Eisschrank. Glücklich über viele neue Eindrücke und schöne gemeinsame Tage traten wir die Heimreise an.

Andrea Waldhier