Hochtour im Wallis 24. – 27.8.2025
Hochtour im Wallis
Tourenführer:
Philipp Boos + Marvin Glogowsky
Teilnehmer:
Lina, Lukas, Klaus, Costina, Stephan
Am Sonntag, den 24. August trafen wir uns im Wallis mit großer Vorfreude auf Hochtouren. Costina und Stephan waren bereits seit einigen Tagen in der Gegend unterwegs und somit akklimatisiert. Philipp kam mit seinem Töff als erster am Mattmarksee an und wir haben uns zu dritt auf den Weg zur Britanniahütte gemacht. Die anderen hatten noch mit dem Stau zu kämpfen und würden dann nachkommen. Das war eine gute Gelegenheit uns etwas näher kennenzulernen, denn Costina und Stephan leben in Frankfurt und es gab bisher nur kurzen Kontakt bei der Anmeldung und Vorbesprechung.
Das Wetter war ein Traum, die Sonne hat gestrahlt und es war trotzdem nicht zu warm. Also starteten wir auf dem Weg zur Hütte und Costina und Stephan haben über deren bisherige Woche im Wallis berichtet, danach waren wir intensiv im Austausch zum Thema perfekter Tourenrucksack, und bevor wir es merkten waren wir bereits beim Gletscher. Anseilen mussten wir uns auf dem aperen Gletscher nicht. Als wir diesen überquerten zeigte uns Philipp worauf man beim Queren des Gletschers achten sollte und wie man am besten treten kann um unnötige Gefahren zu vermeiden. Wir haben sogar einen Gletschertisch gesehen! Zwischendurch hat Philipp auf die Route für den nächsten Tag geachtet und Steinmännchen sowie einen Pfeil aus Steinen gelegt, damit wir früh im Dunkeln leicht den Weg finden können.
- Foto 1: Philipp und Stephan vor dem Allalingletscher auf dem Weg zur Britanniahütte
Auf der Hütte waren dann zum Abendessen alle zusammen: Marvin, Lukas, Lina und Klaus waren angekommen, wir haben eingecheckt und beim leckeren Essen den Plan für den nächsten Tag mit Philipp besprochen. Die Wetterverhältnisse waren weiterhin gut und wir haben uns den Hohlaubgrat vorgenommen, eine schöne und abwechslungsreiche Tour im Schwierigkeitsbereich WS, der uns auf das Allalinhorn führen würde, bevor wir zur Hütte zurückkehren würden.
MONTAG 25.08.2025 Allalinhorn Hohlaubgrat WS II
Damit kein Zeitdruck entsteht, und nachdem Costina gebeten hatte, dass die Gruppe nicht zu schnell geht waren wir uns einig um 3 Uhr morgens aufzustehen, um halb vier zu frühstücken, damit wir vor 4 Uhr morgens starten können. Die Nacht war, wie so oft im Matratzenlager, nicht ganz ruhig, und ein Wecker ging sogar um 2 Uhr morgens los. Das Gute daran: Niemand hatte Schwierigkeiten um 3 Uhr aufzustehen. Alle waren vorbereitet wie mit Philipp abgestimmt: Gurt und Helm an, Stirnlampe am Helm, Eispickel und Steigeisen griffbereit.
- Foto 2: Im Dunkeln auf dem Hohlaubgletscher auf dem Weg zum Hohlaubgrat
Wir machten uns auf den Weg – zuerst über Geröll, dann über den aperen Hohlaubgletscher, dann wieder Schutt und Gestein hinüber zu dem abwechslungsreichen Grat. Irgendwann kam das Tageslicht durch und die Stirnlampen wurden ausgeschaltet. Die Gruppe, die im Dunkel eng beieinander blieb hat sich jetzt doch in zwei geteilt, und die schnelleren gingen mit Philipp vor, sodass Klaus und Lukas vor der Kletterstelle eine ausgiebige Pause machen konnten. Während dessen stieg Philipp den steilen Teil des Firngrats wieder ab und nahm im Aufstieg Costina mit ans Seil, sodass die steile Firnpassage maximal in einer 3er-Seilschaft begangen wurde.
- Foto 3: Lukas vor dem Firngrat des Hohlaubgrats
Marvin und Stephan blieben bei Costina und Lina und wir kamen langsam voran. Marvin stellte zwischenzeitlich seine Sherpa-Qualitäten unter Beweis, indem er Costinas Rucksack trug. Durch diese Unterstützung und auch mit einen Powergel fand Costina die Kraft weiterzugehen. Diese musste reichen bis über den Gipfel, denn Umkehren war mittlerweile keine Option mehr gewesen.
- Foto 4: Philipp und Costina vor der Kletterstelle
Also machten wir weiter, kamen am Gletscher an, seilten uns an und trafen Philipp wieder vor dem steileren Abschnitt des Firngrats kurz vor der Kletterstelle, die Bergsteiger zur Belustigung den Hillary Step nennen, weil es dort manchmal zu Stau kommt. Gut gesichert gingen wir alle problemlos darüber und über den Firngrat und waren bald auf dem Gipfel des Allalinhorns. Für Lina war das der erste Viertausender! Berg Heil! Alle waren froh, es geschafft zu haben, aber es lag noch ein langer Weg vor uns. Marvin, Lukas und Stephan gingen als erste Seilschaft im Abstieg, Philipp, Costina, Lina und Lukas als Zweite. In Absprache mit der Gruppe hat Costina sich dazu entschlossen, von der Bergstation Mittelallalin ins Tal abzusteigen, und nicht wie geplant zur Hütte zurückzukehren. Sie war erschöpft und konnte sich eine weitere Tour am nächsten Tag nicht mehr vorstellen.
- Foto 5: Costina und Lina am Gipfel des Allalinhorns
Als wir zusammen abstiegen, haben wir eine kurze Pause gemacht. Linas Eispickel hat die Chance benutzt, sich vor uns zu verabschieden und sich auf einer Entdeckungsreise aufm Gletscher gemacht. Einfangen konnten wir Ihn nicht rechtzeitig und die Gruppe hat sich dagegen entschieden, eine Rettungsmaßname für das Gerät zu starten. Lina selbst wollte nicht, dass sich jemand in Gefahr begibt, um den Pickel zu retten. Da Costina sowieso aussteigen wollte, bekam dann Lina später am Lift Ihren Eispickel ausgeliehen. Dort haben wir uns herzlich verabschiedet und die Gruppe setzte die Tour fort bis zur Britanniahütte. An dem Tag hatte jeder, der am Abendessen zusammensaß, über 1700 hm im Auf- und Abstieg bewältigt.
Auf der Hütte traf Phillipp Andy aus Luzern wieder, dessen Touren-Partner bereits wieder nach Deutschland abgereist waren, und der auf der Suche nach einer Seilschaft war, der er sich anschließen konnte. Nach Phillips Inaugenscheinnahme, wurde die Gruppe befragt, und alle freuten sich auf einen neuen Mitstreiter für den nächsten Tag, an dem zwei Seilschaften gebildet werden konnten.
DIENSTAG 25.08.2025 Strahlhorn WS I
Am Vorabend überlegte sich Lina doch noch auf der Hütte zu bleiben, auszuschlafen und dann alleine abzusteigen, wenn die beiden Seilschaften in spe (Philipp, Stephan, Andi, sowie Marvin, Lukas und Klaus) sich auf dem Weg zum Strahlhorn machen würden.
Früh im Dunkeln war es zappenduster, dennoch führte uns Phillip schnell und geschmeidig durch das Spaltengelände, nachdem alle nach dem kurzen Abstieg von der Hütte am Beginn des Gletschers ihre Steigeisen angezogen hatten, welche sie die nächsten sieben Stunden anbehalten sollten.
- Foto 6: Aussicht zum Matterhorn im Aufstieg zum Strahlhorn
Die Tour war lang und erforderte Ausdauer, belohnte dafür die Jungs mit tollen Ausblicken und Gipfelfotos. Der Aufstieg konnte in unter 5 Stunden gemeistert werden! Nach halbstündiger Gipfelrast machten wir uns wieder zeitig an den Abstieg, bevor der Schnee zu Sulz werden würde.
- Foto 7: Beeindruckende Gipfelaussicht vom Strahlhorn zum Monte-Rosa-Massiv
- Foto 8: Gipfelfreude auf dem Strahlhorn
Auf dem Abstieg ins Tal trafen sie am Ende des Allalingletschers wieder auf Lina, und Costina wartete schon unten beim Restaurant am Mattmarksee auf die Gruppe. Alle haben sich zum Abschied umarmt und freuten sich über die rundum gelungene Tour.
- Foto 9: Abschiedsfoto am Mattmarkstausee mit strahlenden Gesichtern
PhiBo












