Die drei Geschwister

Die Besteigung des Dreigestirns Jungfrau, Mönch und Eiger gehört in Bergsteigerkreisen zum guten Ton. So machte sich dieses Jahr auch eine Gruppe aus Landau auf, um diese Aufgabe zu meistern. Drei knappe 4000er. Drei Tage. Drei Pfälzer Buben des DAV Landau. Hört sich nach einer guten Kombination an, oder?

Am 17. Juli machten wir, drei Pfälzer Bergsteiger uns auf den Weg, dass zu tun was jeder Schweizer in seinem Leben einmal machen sollte. Die Besteigung des Dreigestirns Jungfrau 4185 m, Mönch 4107 m und Eiger 3967 m. Unsere erste Nacht verbrachten wir in Grindelwald, um dann gleich morgens mit der Jungfraujochbahn auf den Aletschgletscher hoch zu fahren. Die einfache Fahrt hoch kostet um die 100 €, ist jedoch die einzige Möglichkeit innerhalb kurzer Zeit zum Jungfraujoch zu gelangen. Oben angelangt hatten wir erstmal ziemlich trübes Wetter. „Kein Problem,“ dachten wir uns, da wir heute sowieso nur zur Mönchsjochhütte wollten, um uns für Morgen auszuruhen.

Am nächsten Tag stand schließlich die Besteigung der Jungfrau an, also im bergsteigerischen Sinne. Nach ein paar Stunden Schlaf begaben wir uns um 4:00 Uhr morgens auf den Weg zum Berg. Es war sternenklar und schneidend kalt als wir aufbrachen. Perfekte Bedingungen für guten Firn. Den hatten wir dann auch. Dementsprechend erblickten wir gegen 10:00 Uhr schon zur einen Seite das Matterhorn und zur anderen den Mont Blanc. Der Gipfel war geschafft und vor uns erstreckte sich das gesamte Alpenpanorama.

Beim Abstieg wurde uns dann erst richtig klar, über was wir da am frühen Morgen im Dunkeln marschiert sind. Den Aletschgletscher. Den größten und längsten Gletscher der Schweizer Alpen, übersät mit Gletscherspalten. Also beeilten wir uns, um schnell aus dem durch die starke Sonneneinstrahlung inzwischen sulzig gewordenen Firn heraus zu kommen. Erschöpft kamen wir wieder auf der Mönchsjochhütte an, wo wir uns erstmal für ein paar Stunden hinlegten. In der Nacht zuvor hatten wir alle relativ schlecht geschlafen, da die Hütte voll besetzt war. Daraus ergab sich dann ein relativ hoher Lärmpegel im Bettenlager der auch mit Ohropacks nicht in den Griff zu bekommen war. Zum Abendessen standen wir nochmal auf. Nach ein paar guten Gesprächen und Diskussionen über den Wetterbericht, legten wir uns wieder hin. Der Aufstieg zum Mönch stand bevor. Dieser ging jedoch schneller von statten, da der Berg quasi direkt vor unsrer Hütte stand. So mussten wir erst um 07:00 Uhr morgens aufbrechen und waren schon gegen 11:00 Uhr oben auf dem Gipfel. Auf dem Weg nach unten lernten wir noch einen Schweizer Bergsteiger kennen, der im Gegensatz zu uns den Mönch nur mit leichter Ausrüstung, also ohne Steigeisen und Pickel bestiegen hatte. Dieser hatte den Berg auch noch über eine schwierigere Route erklommen. Das zeigte uns wieder einmal, dass man mit Erfahrung Ausrüstung ersetzen kann. Aber nicht mit Ausrüstung Erfahrung. Nach diesem kleinen Schock mussten wir auch schon den nächste verdauen. Am Horizont zogen Gewitterwolken auf. Der Wetterbericht war gegen uns. Das hieß für uns die nächsten drei Tage schlechtes Wetter. Somit war unser letztes Ziel, die Erklimmung des Eigers über den Mittelegigrat nicht mehr möglich. Diesmal zumindest nicht. So traten wir also noch am selben Tag die Heimreise an, mit dem guten Gewissen zwei der drei geschafft zu haben, sowie der Gewissheit nicht das letzte Mal hier gewesen zu sein.

Bericht: Patrick Günther