Tourenführer: Thomas Förster, Thomas Storz

Teilnehmer: Annette, Gösta, Günther, Marita, Peter, Sonja und Barbara

Samstag 30.09.2017:

Um 5.00 Uhr starten wir unsere Reise mit einem geliehenen Kleinbus. Unser erstes Ziel ist Bautzen. Dort steigen wir zunächst auf den Reichenturm, um über die Dächer der Stadt zu blicken, bevor wir einen Rundgang durch die Altstadt machen. Dabei besichtigen wir u. a. die Peterskirche, die als Simultankirche sowohl von Juden als auch von evangelischen und katholischen Christen genutzt wird und das Mühl Tor, das kleinstes Stadttor von Bautzen.

Nun fahren wir weiter nach Oybin ins Zittauer Gebirge und von dort bergauf zu unserer Unterkunft der Hochwaldbaude, die auf einem 749 m hohen Gipfel liegt und einen wunderbaren 360°-Blick bietet. Das Haus liegt direkt auf der Grenze zu Tschechien.

Sonntag 01.10.2017:

Auf unserem Weg nach Görlitz machen wir einen kurzen Halt bei Bogatynia (Polen) und schauen in die riesige Grube des dortigen Braunkohletagebaus.

Ein Spaziergang führt uns durch die Altstadt von Görlitz und entlang der Neiße. Zufällig haben wir das Glück in der Kirche St. Peter und Paul eine Präsentation der weltberühmten Sonnenorgel mitzuerleben. Neben Erklärungen umfasst diese auch ein kleines Konzert.

Auf der Rückfahrt machen wir in Großschönau einen Spaziergang entlang der Mandau und schauen uns dabei viele Umgebinde Häuser an. Der Baustil dieser Häuser stellt eine Mischung der slawischen Blockbauweise mit fränkischem Fachwerk dar.

In Oybin besichtigen wir die Bergkirche, deren Schiff innen entsprechend der Hangneigung schräg angeordnet ist.

Ein Teil der Gruppe geht das letzte Stück zu Fuß hinauf zur Hochwaldbaude, die für eine weitere Nacht unsere Unterkunft ist. Die Anderen fahren hoch.

Montag 02.10.2017:

Heute fahren wir in die ca. 100 km entfernte kleine Stadt Karpacz in Schlesien (Krummhübel). Der Weg dorthin führt über viele schmale (z.T. feldwegartige) Straßen, sodass wir ca. 3 Stunden unterwegs sind.

Nachmittags machen wir noch eine kleine Wanderung zur Stabkirche Wang, die im Jahre 1842 auf Veranlassung des preußischen Königs aus Norwegen ins Riesengebirge kam. Die Holzkonstruktion kommt ganz ohne Nägel aus. Nach einer Führung durch die Kirche wandern wir wieder zurück zum Hotel.

Dienstag 03.10.2017:

Heute steht eigentlich die Besteigung der Schneekoppe (1.603 m) auf dem Programm. Wegen des starken Regens entscheiden sich unsere Guides alternativ für eine Fahrt nach Jelenia Gora (Hirschberg). Dort schlendern wir durch die Altstadt, durch die Arkadengänge und am Rathaus vorbei. Zuletzt machen wir noch eine Führung durch die Gnadenkirche mit.

Nachmittags wird das Wetter etwas heller. Auf die zunächst geplante Besichtigung des Gerhard-Hauptmann-Museums wird deshalb verzichtet und wir machen stattdessen eine kleine Wanderung durch das Eulental, das angeblich schönste Tal des Riesengebirges. Das Röhren der brunftigen Hirsche ist ständig zu hören. Als wir eine Höhe von 1.100 m erreicht haben, drehen wir wegen des immer stärker werdenden Regens wieder um.

Mittwoch 04.10.2017:

Eine längere Fahrtstrecke steht vor uns. Mittags erreichen wir unser Ziel Krakau und nutzen das sonnige Wetter für eine erste Stadterkundung. Dabei führt unser Weg durch die Altstadt und wir besichtigen den Wawel (ehemalige Königsresidenz). Von dort haben wir auch einen schönen Blick auf die Weichsel.

Donnerstag 05.10.2017:

Das Wetter ist trüb; es regnet. Wir fahren nach Auschwitz-Birkenau und besichtigen die beiden ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz II und I. Neben dem Prasseln der Regentropfen auf dem Schirm hören wir hier und da Erläuterungen von Thomas Förster. Ansonsten ist es ziemlich still.

Freitag 06.10.2017:

Auf dem Programm für heute steht die Besichtigung der wunderschönen und beeindruckenden Stadt Krakau. Bis zum Wawel nehmen wir die Straßenbahn. Dann geht es angefangen bei den Tuchhallen und dem Dom quer durch die Altstadt. Nachdem wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bestaunt haben wechseln wir ins ehemals jüdische Viertel (Kazimierz) und setzen dort unsere Sightseeing-Tour fort. Eine Synagoge, in der sich ein Museum befindet, sehen wir uns näher an. Auch Drehorte von dem Film „Schindlers Liste“ erkennen wir wieder. Zuletzt besuchen wir auch die Emailwarenfabrik Schindler, in der sich ein interessantes Museum befindet.

Samstag 07.10.2017:

Wir setzen unsere Fahrt fort und erreichen nach ca. 2 ½ Stunden den slowakischen Ort Tatranska Lomnica, der sich am südlichen Rand der Hohen Tatra befindet. Nachmittags beginnen wir mit der Erkundung der Hohen Tatra, dem kleinsten Hochgebirge Europas, das als nördlicher Ausläufer zu den Karpaten gehört. Von unserem Hotel starten wir unsere kleine Wanderung durch den Herbstwald hinauf zum Wasserfall des Studeny Potok und laufen entlang des Bachlaufes hinab nach Lesna – unserem Nachbarort – und danach über den Radweg der Straße entlang zurück zu unserer Unterkunft, die wir nach insgesamt 3 ½ Stunden Wanderzeit, 380 Hm und 12 km wieder erreichen.

Sonntag 08.10.2017:

Wegen der schlechten Wettervorhersage (die sich im Nachhinein als völlig falsch erwies) besuchen wir ein Freilichtmuseum und schauen uns dort typische liptauische Häuser von anno dazumal an. Auch frühere Berufe wie z.B. Wagner werden dort dargestellt.

Der anschließend geplante Besuch in der Tropfsteinhöhle muss ausfallen, da sich herausstellt, dass die Höhle nachmittags geschlossen hat. Kurzerhand machen wir in der Nähe der Höhle noch einen Spaziergang.

Montag 09.10.2017:

Von unserem Hotel in Tatranska Lomnica (880 m) wandern wir hinauf nach Skalnate pleso (1.751 m), dem Startpunkt für unseren Höhenweg (Traverse), den wir nach 2 Stunden erreichen. Oben angekommen, reffen wir 4 Mitwanderer, die den Aufstieg mit der Bergbahn bewältigten. Es ist -1° C der Boden ist leicht schneebedeckt. Schnell wandern wir weiter um nicht zu frieren. Der Weg führt zunächst durch Latschenkiefern und ermöglicht uns einen ständigen Blick in die Ebene südlich der Tatra in die Kleine Tatra. Später wandern wir durch den Wald nach Hrebienok (1.285 m), wo wir nach weiteren 2 Stunden Wanderzeit eine Mittagspause einlegen. Ein Teil der Gruppe steigt von hier ins Tal ab, die Anderen wandern noch 2 Stunden auf dem Höhenweg weiter nach Sliezky Dom (1.670 m), wo sich ein kleiner See befindet. Dann steigen auch wir 1 ½ Stunden nach Tatranska Polianka (990 m) ab. Hier wartet der Kleinbus mit unseren Mitwanderern bereits auf uns. Ein anstrengender Tag mit insgesamt 7 ½ Stunden Gehzeit und 1.400 Hm geht zu Ende.

Dienstag 10.10.2017:

Der Ausgangspunkt für unsere heutige Wanderung ist der Wintersport- und Kurort Strbske Pleso (1.347 m) mit dem gleichnamigen See, wo wir mit unserm Kleinbus hinfahren. 6 Personen machen sich auf den Weg den Krivan (2.494 m) zu besteigen. Es fängt an zu schneien. Zunächst laufen wir ca. 1 Stunde um den Berg herum, bevor der eigentliche Anstieg beginnt. Es schneit immer stärker. Auf einer Höhe von 1.600 m drehen wir wetterbedingt nach 1 ¾ Stunden Wanderzeit wieder um. In einer kleinen Schutzhütte machen wir Mittagsrast bevor wir wieder zu unserem Startpunkt zurückkehren und zu unserer Unterkunft zurückfahren.

Mittwoch 11.10.2017:

Der Blick aus dem Fenster lässt erahnen, dass die Wettervorhersage (Regen) erneut falsch ist. Beim Frühstück überzeugen wir deshalb unsere beiden Wanderleiter vom ursprünglichen Plan (Besuch der Tropfsteinhöhle) Abstand zu nehmen und stattdessen zu wandern.

Ein Teil der Gruppe startet direkt vom Hotel und wandert in 1 ½ Stunden über den uns bereits bekannten Weg zum Wasserfall des Studeny Potok, die anderen nutzen bis Hrebienok die Zahnradbahn und treffen uns dann am Wasserfall. Gemeinsam geht es in das vor uns liegende wunderschöne Tal (Veľká Studená dolina). Leider musste ein Teil der Gruppe schon bald wegen Fußproblemen umdrehen. Die anderen steigen weiter bergauf bis zur Zbojnicka Chata, einer auf 1.960 m Höhe gelegenen Hütte, die wir nach insgesamt 3 ¾ Stunden Gehzeit und 1.100 Hm erreichen. Vor der Hütte ist es nur knapp über 0° C, der Boden ist leicht mit Schnee bedeckt und der hinter der Hütte gelegene See hat bereits eine dünne Eisschicht. Mit einer warmen Suppe wärmen wir uns in der Hütte schnell auf, bevor wir wieder ins Tal absteigen. Unterwegs treffen wir immer wieder Lastenträger (Sherpas), die die Hütte beliefern. Einer der Träger erzählt uns auf Nachfrage, dass sein Gepäck 80 kg schwer ist.

Nach 3 ½ Stunden Abstieg erreichen wir abends zufrieden wieder unser Hotel.

Donnerstag 12.10.2017:

Die heutige Fahrt von der Hohen Tatra nach Prag nimmt den ganzen Tag in Anspruch.

Freitag 13.10.2017:

Unsere heutige Besichtigung der tschechischen Hauptstadt Prag führt uns von unserem Hotel, welches sich in alten Klostermauern befindet, zunächst 3 km zu Fuß in Richtung Stadtzentrum. Dort sehen wir als Erstes das Strahov-Kloster. Hinter dem Kloster haben wir einen wunderbaren Blick auf die Stadt, insbesondere die Prager Burg, den Dom sowie hinab auf die Moldau. Der weitere Weg führt an die Prager Burg, wo wir zufällig gerade einen Wachwechsel beobachten können. Nun geht es hinab zur berühmten Karlsbrücke, eine der ältesten Steinbrücken Europas, die als Wahrzeichen der Stadt gilt. Langsam schieben wir uns durch die Touristenmassen, die ebenfalls über die Brücke laufen möchten. Auf der anderen Seite angekommen geht es zunächst durch die Josephsstadt an einer alten Synagoge vorbei und weiter zum Marktplatz in der Altstadt. Dann gehen wir noch am Pulverturm vorbei und machen uns auf den Rückweg über die Moldau und wieder bergauf zu unserer Unterkunft.

Unendlich viele interessante Häuserfassaden konnten heute bestaunt werden. Ein anstrengender Besichtigungstag mit vielen zu Fuß zurückgelegten Kilometern neigt sich dem Ende.

Samstag 14.10.2017:

Unsere Rundreise durch das östliche Europa geht zu Ende. Heute fahren wir zurück in die Pfalz.

Bericht: Barbara Merdian