Pünktlich um 06:00 startete die aus Wolfgang, Elli, Ulrike, Peter, Carsten und Andreas bestehende Truppe vom Mitfahrerparkplatz in Queichheim aus, um die Fahrt über Karlsruhe, Stuttgart, Ulm und Memmingen nach Oberstdorf anzutreten. Die Anreise wurde nur durch eine kurze Kaffeepause an der Raststätte Illertal unterbrochen. In Oberstdorf wurde ein Auto strategisch günstig im Zentrum von Oberstdorf geparkt, während das andere Fahrzeug an der Fellhornbahn verblieb. Während dieser „Umparkzeit“ ging auch der letzte Regenschauer des Tages nieder, so dass wir trockenen Fußes von der Talstation der Fellhornbahn (920 m) zur Fiderepasshütte (2070 m) aufsteigen konnten. Unterwegs durften wir noch eine Gruppe junger Murmeltiere bestaunen, die direkt neben dem Weg aus ihrem Bau gekrabbelt sind und sich durch uns nicht stören ließen. Nach Bezug der Lager sind Teile unserer Gruppe noch bis fast zum Einstieg des Mindelheimer Klettersteigs gewandert (Akklimatisierung und Wegerkundung). Nach dem Abendessen durch die guten Wetterprognosen für die kommenden Tage positiv gestimmt, haben wir zufrieden unser Lager aufgesucht.

Der nächste Tag begann mit strahlendem Sonnenschein vom weißblauen Himmel. Nach dem Frühstück und Packen machten wir uns als eine der ersten Gruppen auf dem Weg zum Mindelheimer Klettersteig, in den wir nach Anlegen unserer Ausrüstung einstiegen. Für zwei Teilnehmer war dies der allererste Klettersteig, den sie aber durch Klettererfahrung mit Bravour gemeistert haben. Ohne Probleme und bei bester Fernsicht konnten wir durch den frühen Einstieg unser Tempo gehen und wurden nur von wenigen schnelleren Begehern überholt. Ein Blick zurück zeigte, dass sich der frühe Einstieg gelohnt hat, da sehr viele Kletterer nachkamen. Zur Mittagszeit erreichten wir dann glücklich und zufrieden die Mindelheimer Hütte, auf der wir uns stärken konnten. Die Pause wurde jedoch nicht ausgedehnt, da noch ein langer Weg zur Rappenseehütte bevor stand. Zunächst führte der Weg hinunter ins Tal um dann auf der Gegenseite zum Schrofenpass hin anzusteigen. An den Schrofen entlang und durch einige Tobel ging der Weg weiter bis wir gegen 19:15 die ersehnte Rappenseehütte (2091 m) erreichten. Dort wurden schnell die Zimmer bezogen, um noch rechtzeitig zum Abendessen zu erscheinen. Die freundliche und zuvorkommende Art des ganzen Hüttenpersonals trotz fast voll belegter Hütte ist uns in positiver Erinnerung geblieben.

Nach dem Frühstück ging es am nächsten Tag bei Kaiserwetter Richtung Heilbronner Höhenweg. Das am Beginn des Weges liegende Hohe Licht (2651 m, zweithöchster Berg der Allgäuer Alpen) wurde von uns natürlich nicht ausgelassen. Dieser Panoramaberg „par excellence“ bietet einen sagenhaften Rundumblick, den wir bei bestem Wetter genießen durften. Nach kleiner Gipfelrast stiegen wir wieder zum Heilbronner Weg ab. Dieser anspruchsvolle Höhenweg bietet im gesamten Verlauf wunderschöne Rundumblicke und schlängelt sich meist auf dem Grat entlang. Zwischendurch erfolgt immer wieder ein Abstieg in eine Scharte, die von einem Gegenanstieg gefolgt wird. Der ursprüngliche Plan, die am Weg liegende Mädelegabel zu besteigen wurde jedoch verworfen, da das unterhalb liegende Schneefeld im Vergleich zu den Vorjahren deutlich größer war und somit deutlich länger überschritten werden musste. Zudem war eine Verschlechterung der Wetterlage abzusehen und der Weg zur Kemptner Hütte noch weit. Nach weiterer Wanderung über herrlich blühende Almwiesen erreichten wir erschöpft die Kemptner Hütte (1846 m), welche durch ihre Lage am Europäischen Weitwanderweg E5 fast vollständig ausgebucht war. Da der für den nächsten Tag geplante Weg zum Edmund-Probst-Haus weitgehend auf dem Kamm entlang führen sollte und sich nach dem Abendessen die ersten Regenwolken ankündigten, haben wir detaillierte Wetterprognosen für die Folgetage eingeholt und uns danach entschieden, am nächsten Tag nach Oberstdorf abzusteigen, da Regen und Gewitter vorhergesagt waren. Von Oberstdorf aus wollten wir bei guter Prognose für den Folgetag ggf. mit der Nebelhornbahn zum Edmund-Probst-Haus auffahren, um die Möglichkeit für den Hindelanger Klettersteig offen zu halten.

Der nächste Morgen begann mit Regen und bestätigte uns in unserer Entscheidung zum Abstieg. Nach Frühstück und Packen stiegen wir zur Spielmannsau ab, wo wir uns auf einer Sennalpe gestärkt haben. Der weitere Weg nach Oberstdorf war ein langer „Talhatscher“ und die Regenschauer konnten unterwegs durch ein Eis versüßt werden. An der Nebelhornbahn in Oberstdorf angekommen, kontaktierten wir die Wetterauskunft des DAV in Innsbruck. Die freundliche Dame hat leider auch für die kommende Nacht Regenschauer vorhergesagt, so dass der Hindelanger Klettersteig am folgenden Morgen sicherlich noch nass und somit nicht sicher begehbar war. Wir verzichteten daher auf eine Auffahrt mit der Nebelhornbahn, organisierten uns Zimmer in zwei benachbarten Pensionen und ließen den Tag bei leckerem Essen ausklingen.

Am darauffolgenden Tag traten wir die gemütliche Heimreise in die Pfalz an, die wir ohne größere Staus erreicht haben. Wolfgang sei an dieser Stelle herzlich für die sehr gute Organisation und gute Führung der Tour gedankt!

Andreas Knöpfler