Von Mittenwald / Scharnitz nach Riva am Gardasee

„Erdbeertorte schmeckt doppelt so gut nach kirschgroßen Hagelkörnern.“, Antonias Aussage nachdem uns ein kurzer aber heftiger Gewitterschauer kurz vor der Ehrwalderalm erwischt. Doch von Anfang an. Nach einem Traumstart entlang der Isar, etlichen Fotostopps unter blauem Himmel fehlten uns nur fünf Minuten um das Gewitter von der Ehrwalderalm aus zu beobachten. Verdammte fünf Minuten! Vielleicht haben wir doch ein paar von diesen lecker schmeckenden Rosinenbrötchen aus Ottersheim in der ersten Pause zu viel gegessen. Nicht weiter schlimm, Kleidung trocknet ja.

Weiter ging es über die steilen Rampen am Fernpass. Den Riesenstau konnten wir schön auf dem alten Kutschenweg umfahren. Leider war uns der Wettergott nicht hold und so durften wir die Erfahrung machen, dass Regen nasser als Hagelkörner ist. Für die kommenden Tage konnten wir schonmal das An- und Ausziehen der Regenbekleidung üben.

Am nächsten Tag, wieder die Regenjacke griffbereit, nahmen wir das Ötztal in Angriff. Unser Ziel Obergurgel. Entlang des Inns begann die Königsetappe der Tour. Die erste Pause wurde nicht zum Anziehen der Regenkleidung genutzt, sonder zum Auftragen der Sonnencreme. Das Regenhöschen kam nur kurz zum Einsatz, da sich in Sölden etliche Regentropfen verirrten. Von Sölden nach Obergurgel hatten wir unser Trailhighlight auf diesem Alpencross. Auf der „Scheißstraße“ (zu viel Verkehr!!!) fuhren wir unserem „All-inclusive“ Hotel entgegen. Einziger Stopp war am M-Preis, bei dem es Radler für einen Euro gab. Auch an diesem Tag, wie am nächsten stimmte der Wetterbericht nicht!

Nach dem obligatorischen Bike-Check fuhren wir entlang an Rinderherden und Schmugglerdenkmalen bei noch gutem Wetter auf den Höhepunkt der Tour, das Timmelsjoch 2509 m. Nach Pirmins „Schlüsselerlebnis“ wurden wir auf der Talfahrt so richtig geduscht. Während des Wolkenbruches liefen Sturzbäche über die Straße, aber die Räder wurden so richtig sauber! Leider nur bis zum Radweg entlang der Passer im Passeiertal. Dieser war geschottert und nach dem es aufgehört hat zu regnen, haben uns die Apfelsprinkler der Obstplantagen nochmals geduscht. Immerhin kamen wir trocken in Schenna an.
Am nächsten Tag wurde es so richtig steil. Der Gampenpass stand an. Von dem wunderschönen Meran in der Früh fuhren wir über 1000 Höhenmeter am Stück auf großteils Forstwegen ins Trentino. Überraschen gab es Cola auf der Strecke. Ein dänischer MTB-Reiseveranstalter hatte kurz vor der Passhöhe einen Verpflegungsstand aufgebaut, an dem wir uns auch bedienen durften. Vorbei an arbeitenden Holzschnitzern, wunderbaren Seeblicken erreichten wir unsere „bäuerlichen“ Unterkunft in Cles.

Letzter Tag! Endspurt zum Gardasee. Naja, 87 km sind nicht die klassische Sprintstrecke. An diesem Tag erkannten wir, dass wenn in Italien Forstwege betoniert sind, diese auch so richtig fies steil sind (> 20 %). An den senkrechten Felswänden der östlichen Brenta fuhren wir zum Molvenosee. Nach Cappuccino und Gelati radelten wir im Windschatten von unserem Guide das Sarcatal entlang zu unserem Endpunkt Riva del Garda.

Nach pannenfreien 361 km und 6800 Höhenmetern hieß es arrivederci Alpen.

Über die Berge gekommen sind Antonia, Eva, Pirmin, Kurt, Andreas und Tobias.

Falls man sich über die eine oder andere Formulierung in dem Tourenbericht wundert, jeder Teilnehmer hat am Ende des Tages seine Eindrücke geschildert. Dies war unsere Grundlage für den Bericht.

Tobias H. und Philipp K.