Montag

Sieben Jugendliche und zwei Jugentleiter inklusive Gepäck, Kletterausrüstung und Essen in einem Neunsitzer mit winzigem Kofferraum unterbekommen: das war unsere Aufgabe am Montagmorgen, bevor es für uns ab in die Fränkische Schweiz ging.

Klingt unmöglich? Ist es nicht. Das haben wir aber auch erst geglaubt, als wir mit Rucksäcken, Campingstühlen, Helmen und Seilen zwischen und unter unseren Füßen im Auto saßen. Die lang ersehnte Freizeit „Sportklettern im Frankenjura“ konnte endlich beginnen!

Als wir auf der Zeltwiese ankamen, war klar: es muss ganz schnell kühler werden für uns! Während die Sonne auf uns herunterbrannte, bauten wir die Zelte auf, wobei die ein oder andere Wasserflasche Dusche draufging und entschieden uns in den heißen Mittagsstunden erst Mal für das nahegelegene Natur-Freibad. Nach der Abkühlung ging es auf den Campingplatz zurück und gleich weiter zum ersten Fels, namens „Räuberburg“, der glücklicherweise im Schatten gelegen war und somit angenehme Temperaturen bot.

Wir genossen unsere Zeit im Wald und am Fels und kamen mit den recht einfachen Touren wieder in die wunderschöne Felskletterei der Fränkischen rein.

Die Sonne versankt grade hinter dem Horizont als uns der Geruch von leckeren Nudeln mit Pesto in die Nase stiegt. Jetzt hieß es Abendessen und gemeinsam den schönen ersten Tag ausklingen lassen.

 

Dienstag

Gerade war man in der morgendlichen Frische noch froh um den warmen Schlafsack, doch „plötzlich“ (als wären Sonnenaufgänge unerwartet) wird es warm, wärmer,… wach! Schnell raus aus den Federn! Der kühle Joghurt mit frischem Obst ist das perfekte Frühstück vor einem Klettertag! Nachdem ein Blick in den Kletterführer geworfen wurde und wir alle in unserer Ferienstimmung etwas Zeit vertrödelt hatten, ging es ab an den Fels.

Die Köpfe weit in den Nacken gelegt stehen wir vor der „Schlosszwergwand“; unserem heutigen Felsen. „Schau mal, das sieht cool aus“, „ Die Route will ich unbedingt klettern“ und „Was ist das für eine Tour? Kann ich mal bitte den Führer haben?“ hört man es von allen Seiten. Also los Gurte an, Material anhängen, einbinden, und los geht’s!

Von senkrecht bis waagerecht ist heute alles und für jeden was dabei.

Zwar hört man zwischendurch immer wieder entäuschte Ausrufe, weil man Zug oder Tour xy jetzt schon wieder nicht gepackt hat, doch als wir den Fels abends verlassen, sieht man überall leuchtende Augen und lachende Gesichter, da sich so ziemlich alle am Vorabend geäußerten Wünsche erfüllt haben.

Dann heißt es wieder „PLATSCH!“, und wir machen einen Abstecher ins kühle Nass.

„Ah ist das scharf“, „Oh mann, das hätt ich nicht gedacht, dass das so brennt“ oder „ Hilft da nicht Joghurt? Ja genau! Gib mir schnell den Joghurt!“ So lauteten die Hilferufe des Kochteams, als wir auf die grandiose Idee kamen pure Chillischoten zu probieren, die eigentlich für das Chilli mit Reis geplant waren. Naja, eine Erfahrung war es wert! Nachdem der Spültrupp zurück ist verbringen wir den Abend gemeinsam und erzählen von unseren Ferien.

 

Mittwoch

Die Sonnencreme klebt an den Fingern, die Sonne brennt , die Hiztewelle hat auch uns nicht verschont. Aber ob klettern oder nicht steht ja gar nicht zur Debatte. Schnell ins klimatisierte Auto. Gut gelaunt singen wir bei den Liedern im Radio mit, und auch die Werbung auf Bayern 3 sprechen wir inzwischen fehlerfrei mit.

Heute geht es an die „Leupoldsteiner Wand“, die eher längere Ausdauerrouten und auch einige Risse und Touren zum Selbstabsichern durch Keile und Co. bietet. Wir nutzen die große Auswahl und klettern bis in die Nachmittagsstunden. Dann geht es weiter zum „Betzensteiner Sportkletterfels“, wo von athletischen Zügen im Dach bis zu gemütlichen Touren alles geboten ist.

Beim abendlichen Abstecher zu ALDI, wo wir unsere Verpflegungs-Vorräte für den nächsten Tag auffüllen, blicke ich verzweifelt auf den Zettel, der aus dem Pfandflaschenautomat kommt: 1,25€ ?! Ich habe das „Wer-wirft-die-meisten-Pfandflaschenn-in-den- Automat-Battle“ verloren, denn auf Sinas Zettel steht eindeutig 2,50€.

Heute gibt es leckere Salate, Nudel- und Melonensalat mit Gurken stehen auf dem Tisch, und nachdem wir uns alle mehr als satt gegessen haben, lassen wir den warmen Sommerabend gemütlich ausklingen.

 

Donnerstag

In einem Felslabyrinth aus vielen Türmchen und Felswänden stehen wir, als wir am Donnerstag bei den Graischer Bleisteinwänden ankommen. Wir beginnen im unteren Teil der Wand, bevor wir etwas weiter aufsteigen, um eine dünne Felsnadel und andere steile Teile der Wand zu erklimmen. Da wir in dieser Woche nicht nur unser Klettern verbessert haben, sondern auch Dinge wie Abbauen gelernt haben, ist nun auch dies ein heiß begehrter Part des Klettertages.

Als alle Seile, Exen, Schlingen und natürlich auch Teilnehmer wieder auf dem Boden sind geht es wieder auf den Campingplatz. Hier wird ein letztes Mal gemeinsam Abendessen gekocht und gegessen.

Das Abschlussspiel heißt „Lob-Dusche“, bei dem jeder einen Zettel auf dem Rücken trägt, auf die die anderen Komplimente, Bemerkungen oder Dinge, die sie schon immer einmal sagen wollten, schreiben. Als wir damit fertig, und die wunderschönen Komplimente  – meist Texte – einige Freudentränen gefordert haben, ist es schon dunkel. Ein letztes Mal „Gute Nacht“, und das, wie die ganze Woche schon, unter einem beeindruckenden Sternenhimmel!

 

Freitag

Mein…Schlafsack passt…nicht… in die Ver..pack…ung!!“, „Wie war das Zelt nochmal zusammengefaltet?“, „ Ich bekomme die Isomatte nichtmehr klein!“

Wer kennt es nicht? Das übliche Zusammenpacken beim Camping. Doch die eigentliche Herausforderung sollte noch folgen: Der Bus. Es hieß also wieder Sachen rein – alles fällt raus- Sachen rein – alles …

Dank der genialen Packkünste unserer Jugendleiter saßen wir dann doch irgendwann mit allem Gepäck im Bus und es konnte zum letzten Felsen, der Ruine Riegelstein, den wir in dieser Woche besuchen würden, losgehen… Hier konnten wir uns noch einmal auspowern und viele schöne Touren klettern. Es hat, wie an all den anderen Tagen, wieder richtig viel Spaß gemacht.

Dann ging es heimwärts. Im Gepäck haben wir unvergessliche Tage, lustige Situationen, neue Freundschaften und vor allem Geschichten, die wir gern erzählen!

 

 

Ich möchte mich an dieser Stelle im Namen der ganzen Gruppe bei Theresa und Wolfgang bedanken, die diese Freizeit organisiert und geleitet haben, danke für diese tolle Zeit!

Marike Schnitzler