Am 05. Juni 2016 um 06:00 Uhr startete der diesjährige Ausbildungslehrgang Alpin unter der Leitung von Wolfgang Brunke. Mit von der Partie waren Bernd, Meinrad, Kurt, Rudi, Horst und ich, sodass der Frauenquote entsprechend Rechnung getragen und der Altersdurchschnitt gesenkt wurde.

Nach angenehmer Anreise und Einkehr im Tal stiegen wir samt Bergsteigerausrüstung gegen Mittag zur Blaueis-Hütte (1.680m) auf.

Aufgrund des strömenden Regens während des Aufstiegs kamen wir schließlich völlig durchnässt auf unserer Bleibe für die nächsten Tage an. Nachdem die Klamotten gewechselt und das Matratzenlager begutachtet wurde, freuten sich alle bereits auf das Abendessen in der Hütte.
Die Hüttenwirte waren freundlich und das Essen schmeckte. Der Abend klang so in gemütlicher Runde bei ein paar Gläsern Bier aus und pünktlich zur Nachtruhe um 22:00 Uhr gingen alle zu Bett. Nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht ging es am nächsten Morgen los mit der Ausbildung. Für diesen Tag war gutes Wetter vorhergesagt und Wolfgang hatte deshalb jede Menge mit uns vor. Nach einem kurzen Marsch zum nahegelegenen Übungsgelände standen einfache Kletterübungen, Standbau im Fels, Abseilen, Begehung eines Klettersteigs u.v.m. auf dem Programm. Zur Festigung wurden sämtliche Inhalte nach dem Abendessen nochmals theoretisch wiederholt und vertieft.

Am folgenden Tag sollten die zuvor gelernten Themen bei einer Übungstour zur Schärtenspitze (2.153 m) Anwendung finden. Die allgemein vorgegebene Zeit für den Aufstieg von 1 1/2 Std. wurde zwar deutlich von uns überschritten; jedoch erreichten alle bei herrlichstem Wetter den Gipfel.

Die noch vorhandenen großen Firnfelder erschwerten den Aufstieg; machten ihn aber in Hinblick auf die Ausbildung interessanter. So legte Wolfgang bspw. ein Fixseil, an welchem wir alle nacheinander aufsteigen konnten. Nach ein paar Gipfelfotos und Genießen der Aussicht stand auch schon wieder der Abstieg an. Während der Mittagspause erklärte uns Kurt als Gleitschirmflieger noch Einiges über das Wetter. An einem der unteren Firnfelder angekommen, ging es dann direkt weiter mit dem Erlernen des Spurens, Gehen in einer Seilschaft, Standbau im Firn (T-Anker) und Fallübungen. Pünktlich zum Abendessen trafen wir – etwas erschöpft, aber stolz – wieder in der Hütte ein. Am nächsten Tag stand die Spaltenbergung auf dem Plan. Der ganze Vormittag wurde benötigt, um die Selbstrettung aus einer Gletscherspalte zu üben. Dazu sollte sich jeder zweimal die Felswand „hochprusiken“ und den Umbau zur Gardaklemme durchführen. Dies war für alle ein sehr unterhaltsamer Ausbildungsteil.

Zur Mittagspause gönnten wir uns wahlweise eine Suppe oder ein riesiges Stück Kuchen auf der Hütte („wir waren ja schließlich im Urlaub“ 🙂 ).

Anschließend holte uns das für die Region bekannte Regenwetter wieder ein und wir erlernten die Spaltenbergung mittels loser Rolle in der Theorie am Esstisch. Gegen Abend hörte der Regen noch einmal kurzzeitig auf, sodass wir die lose Rolle im Schnelldurchlauf doch noch im Freien üben konnten. Abgerundet wurde der Abend mit Theorieunterricht in Sachen Orientierung und alpine Gefahren.

Der nächste Morgen begann regnerisch und hatte lt. Aussage der Hüttenwirte auch keine Besserung in Sicht. Eine praktische Durchführung der noch verbleibenden Ausbildungsinhalte war somit leider nicht mehr möglich. Wir beschlossen daher abzusteigen und einen Tag früher als geplant nach Hause zu fahren. Wieder einmal legten wir den Hüttenweg bei Regen zurück und mussten uns, am Auto angekommen, zunächst trockene Kleidung anziehen. Die Heimreise erfolgte etwas schleppend aufgrund des üblichen Stau auf der A8. Umso mehr freuten sich sicherlich alle zuhause auf das eigene Bett und einen erholsamen, ruhigen Schlaf…

Im Namen aller danke ich Wolfgang hiermit nochmals ganz herzlich für eine super gelungene Ausbildungstour 2016!

Dalmita Herrmann