Wanderleiter: Harald Winter
unterstützt durch Oliver Metz (in Ausbildung)
mit 12 Teilnehmern

1. Tag: Feichten – Verpeilhütte – Mooskopf – Verpeilhütte (1.300 Hm ↑ u. 500 Hm ↓)
Anreise nach Feichten (1.280 m). Von hier wandern wir auf schmalem Pfad zunächst im Schatten durch den Wald zur Verpeilalm (1.820 m) und später entlang des Verpeilbaches weiter hinauf zur Verpeilhütte (2.025 m), die wir nach 1 Stunde und 50 Minuten Gehzeit erreichen. Unterwegs naschen wir jede Menge Heidelbeeren. Einige von uns nehmen auch ein Bad im Verpeilbach.
Nach einer ausgiebigen Rast macht sich ein großer Teil der Gruppe noch auf den Weg zum Gipfel des Mooskopfes (2.500 m), den wir nach einer weiteren Stunde und 20 Minuten erreichen. Belohnt werden wir mit einem schönen Blick auf die umliegenden Gipfel, insbesondere auf die imposanten Felszacken der Madatschtürme und ins Kaunertal. Eine Gemse springt schnell davon, als sie uns entdeckt. Der Abstieg zur Verpeilhütte dauert nochmals 55 Minuten.

2. Tag: Verpeilhütte – Verpeiljoch – Mittelberglsee – Steinbockjoch – Partleswand – Kaunergrathütte (1.600 Hm ↑ u. 800 Hm ↓)
Wegen eines Felssturzes am Madatschjoch und der noch ausstehenden Überprüfung der Seilversicherungen ist der ursprünglich geplante Weg gesperrt und wir müssen kurzerhand die Route ändern und einen größeren Umweg in Kauf nehmen.
Nach dem Frühstück starten wir um 7.50 Uhr unsere längste Etappe. Zuerst führt uns der Weg hinauf zum Verpeiljoch (2.830 m), das wir nach zuletzt sehr steilem Seilversicherten Weg um um 10.00 Uhr erreichen. Mit mehreren kleinen Gegenanstiegen geht es dann weiter hinab zum Mittelberglesee (2.446 m), einem türkisblauen wunderschönen Bergsee. Dort machen wir eine einstündige Pause, die von vielen zum Schwimmen und von den Anderen zum Wassertreten genutzt wird. Eine Teilnehmerin springt versehentlich sogar mit ihren Bergschuhen ins Wasser.
Hier treffen wir auch den ersten Läufer des „Pitz Alpine Glacier Trail“ einem Ultra Trail Laufevent mit 106 km und über 6.100 Hm im Aufstieg. Die Läufer kommen uns nun auf der gesamten heutigen Strecke entgegen. Selbstverständlich feuern wir jeden einzelnen an.
Unser weiterer Weg führt uns hinauf zum Steinbockjoch (2.930 m), das wir um 14.45 Uhr erreichen. Hier haben wir den ersten Blick auf die noch 30 Minuten entfernte Kaunergrathütte, unser heutiges Tagesziel.
Die Gruppe trennt sich nun. 2 Teilnehmer besteigen zusammen mit Harald von hier noch die Parstleswand (3.091 m), die anderen gehen direkt zur Hütte. Der Aufstieg zur Parstleswand geht über Blockwerk und dauert 20 Minuten. Hier gibt es nochmal den Blick hinab in unseren wunderschönen Badesee, sowie auf die vergletscherten Berge rund um die Wildspitze. Um 16.10 Uhr erreichen auch die Gipfelstürmer die Kaunergratütte (2.817 m).

3. Tag: Kaunergrathütte – Plangerosskopf – Kaunergrathütte – Cottbusser Höhenweg – Brandkogel – Riffelseehütte (942 Hm ↑ u. 1.437 Hm ↓)
5 gipfelhungrige starten bei Dämmerung um 5 Uhr mit dem Aufstieg zum Plangerosskopf (3.053 m). Nach nur 38 Minuten Aufstieg können wir eine tolle morgendliche Gipfelstimmung mit rot angeleuchteten Bergen genießen. Leider versperrt uns ein höherer Berg die Sicht zur aufgehenden Sonne. Dennoch liegt ein morgendlicher Zauber in der Luft. Nach Rückkehr zur Hütte frühstücken wir zusammen mit den „Langschläfern“ wie vereinbart um 6.45 Uhr.
Danach steigen wir um 7.50 Uhr zunächst ca. 600 Hm in Richtung Pitztal (Plangeross) ab und wandern dann auf dem Cottbuser Höhenweg parallel zum Pitztal weiter. Auch hier gibt es wieder die ein oder andere seilversicherte Stelle zu bewältigen. Gleichzeitig werden wir mit schönen Blicken auf den benachbarten Geigenkamm belohnt. Auf dem Weg gibt es für unsere Naschkatzen wieder Heidelbeeren, Preiselbeeren und nicht zu vergessen schwarze Krähenbeeren, die ebenfalls von zwei Wanderern verkostet wurden.
Kurz vor dem Riffelsee teilt sich die Gruppe: 5 gehen direkt zur Riffelseehütte, wir anderen kraxeln auf schwarzem Weg mit viel Händeeinsatz noch 37 Minuten hinauf zum Gipfel des Brandkogel (2.677 m). Ein schöner Rundumblick bietet sich uns. Nach dem obligatorischen Gipfelfoto geht es auf dem gleichen anspruchsvollen Weg hinab zum Rucksackdepot und weiter zur Riffelseehütte (2.293 m) die wir um 14.10 Uhr erreichten.
Das für Nachmittag angekündigte Gewitter bleibt aus. So können wir die schöne Aussicht auf der Terrasse noch lange genießen. Von hier kann man u.a. die Braunschweiger Hütte und unser nächstes Tagesziel das Taschachhaus sehen.
Abends wollen wir doch genauer wissen, warum die schwarze Krähenbeere so gesund sein soll. Dabei stellt sich heraus, dass diese zwar nur wenig giftig sei, aber eine berauschende Wirkung habe. Krähenbeeren verleihen Flügel … oder so ähnlich. Hüttenwirt Sebastian wird einen schwarzen Krähenbeerenschnaps aufsetzen und uns diesen nach der 6-monatigen Ziehzeit in der Wintersaison beim nächsten Besuch gerne anbieten.

4. Tag: Riffelseehütte – Wurmtalerkopf – Taschachhaus (1.180 Hm ↑ u. 900 Hm ↓)
Um 7.50 Uhr starten wir unsere nächste Tagesetappe. Heute geht es zunächst wenige Meter zurück zum Riffelsee und dann auf dem Fuldaer Höhenweg weiter in Richtung Taschachhaus. Unterwegs naschen wir wieder viele Beeren. Manche mussten auch unbedingt die schwarze Krähenbeere kosten.
Nach 3 Stunden erreichen wir den Abzweig zum Offenbacher Höhenweg. Hier teilt sich die Gruppe wieder: 2 Wanderer gehen direkt zum Taschachhaus, die anderen gehen noch 2 Stunden über den Offenbacher Höhenweg hinauf zum Gipfel des Wurmtaler Kopfes (3.228 m), den wir um 12.50 Uhr erreichen. Ein sehr lohnenswerter Gipfel mit wunderbarer Aussicht, insbesondere auf die vergletscherte Bergwelt rund um die Wildspitze.
Wegen der näher rückenden Gewitterwolken machen wir uns direkt wieder an den Abstieg zum Taschachhaus (2.434 m), das wir um 15.20 Uhr erreichten. Unmittelbar nachdem wir die Hüttentür hinter uns geschlossen haben, prasselt der Gewitterschauer los. Glück gehabt!

5. Tag: Taschachhaus – Ölgrubenjoch – Gepatschhaus (650 Hm ↑, 1190 Hm↓)
Der Regen hat aufgehört. Doch die Sonne will sich auch nicht zeigen. Wir starten um 7.04 Uhr bei kühlen Temperaturen zum Ölgrubenjoch (3.050 m), das wir um 9.10 Uhr erreichen. Die zunächst geplante Ölgrubenspitze (3.296 m) lassen wir einerseits wegen des unsicheren Wetters und andererseits wegen des doch schwieriger als erwarteten Weges links liegen. Nach ca. 25 Minuten Rast geht es hinab ins Kaunertal zum Gepatschhaus (1.903 m), das wir um 11.40 Uhr erreichen. Unser Ziel ist erreicht.
Harald trampt zurück nach Feichten, um unser Fahrzeug zu holen. Wir anderen stärken uns derweil in der Hütte und bedauern, dass die Tour nun zu Ende geht.

Fazit: Eine sehr schöne aber auch sehr anspruchsvolle Wanderung: 5 Tage mit 5 Hütten, 5 Gipfeln und vielen Bergseen mit unbegrenzten Bademöglichkeiten. Also für jeden Geschmack etwas dabei.

Bericht: Barbara Merdian
Bilder: Harald Winter u. Barbara Merdian