Tourenführer: Wolfgang Brunke

Teilnehmer: Andrea, Elli, Inge, Franz, Frank und Peter

1.Tag, Aufstieg zur Kölner Hütte:

Wir treffen uns am Karer Pass (1748 m) und steigen ca. 2 Stunden lang zur Kölner Hütte (2339 m) auf.

2.Tag, Über den Santner Klettersteig zum Santner Pass und zur Vajolet-Hütte:

Direkt oberhalb der Kölner Hütte geht es bereits versichert los. Nach ca. 50 HM geht es relativ flach und unversichert weiter zum eigentlichen Klettersteig hin. Der ist mit B bewertet und zeichnet sich vor allem durch sehr schöne, nicht allzu ausgesetzte, freie Klettereien bis zum II Grad aus. Das Gestein ist griffig und kaum „abgespeckt“. Die Kameraden haben damit keine Probleme und jede Menge Spaß.

So kommen wir nach ca. 2 Stunden zum Santner Pass (2734 m).

Ca. 100 HM darunter liegt die Gartlhütte. Als wir da nach ausgiebiger Rast wieder aufbrechen wollen, beobachten wir, dass eine während des Fotografierens rückwärts laufende Italienerin strauchelt, mit dem Kopf auf Steine fällt und sich dabei zwei klaffende offene Wunden im Bereich der rechten Kopfhälfte zuzieht. So liegt sie da. Ihr vermutlicher Partner steht dabei und schaut die Verletzte an. Weder Gefühls- noch sonstige Regungen sind bei ihm erkennbar. Scheinbar ist man schon länger ein Paar. Dagegen geht Frank zu der Frau, spricht sie an, hilft ihr auf, bringt sie in die Hütte und kommt zu dem Schluss, dass da ärztliche Diagnose und Versorgung erforderlich ist. Die Frau ist total apathisch. Der Mann schaut weiter stumm zu. Der Hüttenwirt kommt auch erst auf eindringliche Ansprache in nicht allzu heftige Wallung. Immerhin kann er dazu überredet werden, die Bergwacht anzurufen. Ein Abstieg der Frau ist in diesem relativ unwegsamen Gelände nicht möglich. Die Bergwacht zieht auch nicht so richtig. Man solle später nochmal anrufen.

Nachdem wir zur Vajolet-Hütte (22246 m) abgestiegen waren, nach mehr als einer Stunde, kam der Hubschrauber dann doch noch…………

Der Abstieg verlangte alle Konzentration, ist steil und steinig.

Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg zum Cima delle Pope (2768 m). Leider müssen wir knapp unter dem Gipfel wegen einsetzenden gewittrigen Regens umkehren. Der Weg auf den Gipfel und zurück, der keine besonderen bergsteigerischen Ansprüche stellt, aber wunderbare Ausblicke verspricht, dauert ca. 3,5 Std..

3.Tag, Überschreitung des Kesselkogels:

Für den Nachmittag ist Regen gemeldet. Heute steht die Überschreitung des Kesselkogels 3002 m) an. Dazu müssen wir das Vajolet-Tal bis zum Grasleitenpass (2601 m) aufsteigen. Dort steht auch die kleine, romantische gleichnamige Hütte, die wie ein Mauerschwalbennest in die Bergwand geschmiegt ist. Auf die Hütte droht aus unmittelbarer Nähe ein riesiger Felsklotz zu fallen, was die totale Zerstörung der Hütte zufolge hätte. Das Problem hat man kurzerhand damit gelöst, dass man einen riesigen Eisenring um den Felsklotz gelegt und diesen mittels Stahltrossen mit der nächsten, stabilen Felswand verbunden hat.

50 HM darüber, in der gegenüber liegenden Wand, beginnt der Klettersteig zur Überschreitung des höchsten Punktes im Rosengarten. Der von hier nach oben führende Klettersteig ist mit Kategorie B eingestuft und wirklich nicht schwer. Allerdings hat man die ersten Sicherungen, Eisen und Seile einfach entfernt um in einer 1-er Kletterei mit vielen losen Griffen und Tritten die „Spreu vom Weizen“ zu trennen.

Leider haben wir an diesem Tag keine gut Sicht. Nach kurzer Rast auf dem Gipfel steigen wir auf der anderen Seite über einen noch weniger schwierigen Klettersteig ab.

Auf einem Wanderweg umrunden wir das Massiv des Kesselkogels und kommen zu Grasleitenpass-Hütte zurück. Die Gesamtüberschreitung hat ca. 4 Std. gedauert und ist auch für Klettersteiganfänger geeignet.

4.Tag, Querung zur Rotwand, Rotwand- und Masarè-Klettersteig:

Heute ist die „Königs-Etappe“ der Tour angesagt. Wir queren von der Vajolet-Hütte über den Zigolade-Pass (2550 m) durch das Tal unterhalb der Rotwand zum Tscheiner Joch (2588 m). Von dort geht es zur von allen Seiten weithin sichtbaren Rotwand (2806 m). Die wird wiederum – wie am Vortag der Kesselkogel – überschritten. Wieder ist es so, dass der Aufstieg aus Richtung Norden ein B-Klettersteig ist. Oben ist ein großes Plateau mit einer grandiosen Aussicht.

Der Abstieg ist weitgehend ungesichert und nicht allzu steil. Dann kommt man in eine kleine Schlucht und uns erwartet ein knackiger Ausstieg, der aber niemanden vor ernsthafte Probleme stellt. Jetzt gehen wir entspannt rüber zum Masarè-Klettersteig. Der ist insgesamt eine ganz andere Hausnummer. In C eingestuft und – nicht ohne Grund – fast vollständig versichert. Mit Kaminen, leicht überhängenden Leitern und Seilen und allem was so dazugehört. Es stellt sich heraus, dass wir alle einiges in den Tagen zuvor gelernt und deshalb keine Probleme haben.

Abschließen trotten wir zu unserem Tagesziel, der Rotwand-Hütte (23169 m ).

Für die Tagestour muss man 7 – 8 Stunden veranschlagen.

5.Tag, Abstieg zum Karer Pass:

Der Abstieg von der Rotwand-Hütte zum Karer Pass dauert etwa 1 ¼ Stunden.

Insgesamt ist die Klettersteigrunde im Rosengarten als absoluter Klassiker auch für (Wieder-) Einsteiger zu empfehlen. Oder für diejenigen, die Spaß an alten, zwar relativ einfachen, dafür aber kaum gesicherten Klettersteigen haben. Bei guter Sicht hat man die schönst möglichen Aus- und Tiefblicke in den Dolomiten. In den Rosengarten selbst, zu Lattemar, Sella, Langkofel-Gruppe usw..

Gef.: Wolfgang Brunke