Trotz unsicherer Wetterprognose machte sich unter Führung von Wanderleiter Meinrad eine 12-köpfige Wandertruppe auf in Deutschlands Fernen Osten. War zu vergangenen DDR- Zeiten das Elbe-tal bekannt als das „Tal der Ahnungslosen“, mussten wir auch in modernen BRD- Zeiten feststellen, dass sich daran wenig geändert hat: in Zeiten der immerwährenden Propagierung einer Digitalisierung gab es ein äußerst schwaches Handynetz ohne WLAN. So machten wir uns halt rein analog auf Schusters Rappen auf Entdeckungsreise!

Die Landschaft in der Sächsischen Schweiz ist äußerst abwechslungsreich mit dem engen, gewundenen Elbtal, an dem auf der orographisch rechten Seite massive Kalksteinfelsen aus dem verbliebenen Urmeer aufragen. Die Kalksteinmassen habe zusätzlich Tafelberge wie den Königstein und den Lilienstein hinterlassen. Dazwischen mischt sich reichlich Grün mit überwiegend Nadelwäldern und weitläufigen Feldern.

Unsere „Residenz“ war das Zirkelstein- Resort bei Reinhardtsdorf- Schöna, schön abgelegen. Das Resort ist privat geführt, bietet zu einem günstigen Halbpensionspreis einen ausreichenden Komfort in 4er- Bungalows mit Nasszelle- und v.a. eine leckere Verpflegung. Dafür sorgte ein Vater-Sohn Duo aus Tschechien.

Bei der Eröffnungstour zum Großen Zschirnstein, mit 562 m höchster Berg der Sächsischen Schweiz, begleitete uns zeitweise Regen, die prächtige Aussicht von der Spitze war bei Nebel leider etwas getrübt. An diesem Tag erschloss sich uns endlich der Zeitgeist- Trend „Waldbaden“. Bis zum Kohlbornstein besserte sich dann das Wetter deutlich, so dass wir das Panorama zum Lilienstein genießen konnten. Nach Bittgebeten beim abschließenden Besuch der Barockkirche in Reinhardtsdorf folgten doch glatt Schönwettertage!

Tags darauf machten wir eine Expedition ins benachbarte Tschechien. Gleich hinter der Grenze zweigt vom Elbtal die Edmundsklamm ab. Zeitweise wird die Klamm so eng, dass man mit einem Stocherkahn die „Wanderung“ fortsetzen muss! Ein gesprächiger Böhme sorgte hier für Kurzweile.

Über Mezni Luka folgte ein langer Aufstieg zum Prebischtor, der größten Felsbrücke Europas. Das folgende Panorama von den Aussichtsfelsen belohnte für den geflossenen Schweiß.

Die bekanntesten Highlights der Sächsischen Schweiz mit dem Lilienstein und der Großen Bastei standen am 3. Tag an. Der Lilienstein liegt frei in einer großen Elbschleife und bietet so ein nahezu perfektes 360- Grad Panorama. Bei der Passage durch Rathen zum Amselsee über die Schwedenlöcher zur Bastei bekamen wir dann die Kehrseite von Schönheit und Prachtwetter zu spüren- Wir waren nicht alleine!!! In einer Art kontrollierter Flucht verzichteten wir auf die Felsbühne in Rathen, sondern stiegen auf ruhigen Waldwegen zur Stadt Wehlen ab.

Der letzte Wandertag führte uns in typisches Karl- May- Land! Mit unserer Gästekarte hatten wir eine Gratis- Busreise nach Bad Schandau. In diesem Ort gibt es tatsächlich einen Wanderaufzug auf die Hochebene um Ostrau. Diese Konstruktion erinnert doch glatt einem Mini- Eiffelturm! Die folgende Wanderung bot die Querung von Felsschluchten, dann forderten zahlreiche Stufenabschnitte die Fitness der Wadenmuskulatur. Aber logischerweise folgt nach der Arbeit das Vergnügen mit grandiosen Aussichten weit ins Elbtal. Da mittlerweile wieder „Liquid sunshine“ herrschte, entstanden Impressionen wie auf Gemälden von Caspar David Friedrich „Der Wanderer über dem Nebelmeer“! Unseren feuchten Abschluss bildete eine Einkehr in der Alten Mühle in Schmilka.

Passend zu diesem durchwachsenen Sommer weinte dann am Folgetag beim Abschied der Himmel. Aber in unserer Erinnerung bleiben abwechslungsreiche frohe Tage.