Am Sonntag Mittag trafen sich acht wanderlustige Bergfreunde in St. Pauls, Eppan, zu ein paar Tagen Frühlings-wandern zwischen blühenden Apfelplantagen und der Sicht auf schneebedeckte Bergriesen.

Wir starteten die Tour mit dem Eppaner Höhenweg, der uns zu den Burgen Boymont und Hocheppan, hoch über dem Etschtal, führte. Die erste gemeinsame Brotzeit im Burghof Boymont nutzten wir, um uns kennenzulernen: neben sechs „Landauern“ waren auch zwei Wanderer aus Regensburg dabei – eine rundum harmonische Gruppe!

Am nächsten Morgen hat uns Kurt vor der Wanderung mit einem Ständchen verwöhnt. Alle Pensionsgäste lauschten der Melodie und wir fuhren daraufhin beschwingt nach Süden. In Kaltern begannen wir nach einem kurzen Ortsrundgang mit der Wanderung zu den Montiggler Seen. Durch herrlich grüne Laubwälder, begleitet von Vogelgesängen, stiegen wir durch das Frühlingstal hinauf zum Großen Montiggler See. Am Gletscherschliff konnten wir die schöne Sicht über den See genießen bevor es weiter ging zum kleinen Montiggler See. Da wir fast alleine unterwegs waren, konnten wir die Ruhe des Waldes in vollsten Zügen auskosten.

Schloß Trautmannsdorf mit dem Botanischen Garten war am Dienstag an der Tagesordnung. Für diese herrliche, große Gartenanlage nahmen wir uns den ganzen Tag Zeit: Hänge voll blühender Tulpen, Palmen, Zitrusbäume voller Früchte und Blüten, Camelien und viele exotische Pflanzen und Bäume versetzten uns in Staunen. Nach Besichtigung des Museums über die Geschichte des Tourismus machten wir uns auf dem Sissi-Weg auf nach Meran. Den Abschluß dieses schönen Tages verbrachten wir in einem Gasthof hoch über dem Etschtal. Beim Abendesssen hatten wir von der Texelgruppe über den Schlern bis hinunter zum Weiß- und Schwarzhorn alles im Blick.

Nach diesem gelungenem Tag hatten wir am folgenden Morgen ein großes Problem: unser Kurt war so krank geworden, dass er das Bett hüten musste. Unsere fesche Pensionswirtin Monika versprach, sich um ihn zu kümmern und so konnten wir uns getrost in neue Abenteuer stürzen: nach einer ausgiebigen Führung durch die Kirche von St. Pauls machten wir uns zu fünft auf den Weg von Meran / Dorf Tirol zur Bergstation Muthöfe. Von Dorf Tirol, vorbei an Schloß Tirol und St. Peter bis zur Abzweigung Vellau war die Straße mit Urlaubern gepflastert. Trotz der schönen Sicht in den Vinschgau und Richtung Bozen waren wir froh über den Wegabzweig nach Vellau. Ab hier ging´s im Wald immer bergauf, entlang eines Bergbaches und vorbei an bemoosten Felsen. Ein abwechslungsreicher Weg mit wenig Wanderern. Im letzten Drittel beschritten wir den Vellauer Felsenweg und stiegen nach einer kurzen Einkehr im Berggasthaus wieder hinunter nach Dorf Tirol. Beim Abendessen gab´s viel zu erzählen, da zwei Damen den Tag in Bozen zwischen Ötzi und Boutiquen verbracht hatten…

Auch am vorletzten Tag ließ sich Kurt noch mal von Monika verwöhnen und wir mussten ohne ihn den Tag verbringen. Wir hatten am Vormittag eine Führung in der Pfarrkirche von Niederlana mit dem prächtigen Flügelaltar von Hans Schnatterpeck. Dann begaben wir uns auf  den Marlinger Waalweg und spazierten durch Apfelplantagen und Weingärten entlang des Wasserkanals. Von dieser Höhe hatten wir wieder eine schöne Sicht über das Etschtal bis hin zu den Bergen der Texelgruppe. Am Nachmittag bekamen wir Informationen über den Weinbau und die Rebsorten in Südtirol anhand einer Weinprobe in der Kellereigenossenschaft in St. Pauls. Den Abschluß des Tages und der Tour verbrachten wir wie jeden Abend im Stüberl unserer Pension und waren überrascht, dass die schönen Tage so schnell zu Ende gingen.

Unser Patient Kurt war am Morgen wieder mit uns beim Frühstück und konnte gesund gepflegt die Heimreise antreten. Die zwei Regensburgerinnen mussten den Tag zu zweit verbringen und starteten mit einer Wanderung zu den Eislöchern bevor sie sich nach Klausen aufmachten. Hier spazierten sie zum Kloster Säben, hoch über dem Eisacktal. Gegen Abend fuhren sie durch einen Schneestrum am Brenner und Regen in Österreich heim.

Andrea Waldhier