Wegen schlechter Wettervorhersage ging die Tour für Werner, Claudia, Georg, Corinna, Michael, Stephan und mich, Alina, erst donnerstags los. Die Wetterlage war gemischt als wir auf dem Campingplatz ankamen – übrigens der Selbe, der im Vorjahr aufgrund von starkem Regen 10cm unter Wasser stand. Erst regnete es leicht, dann war wieder die Sonne zu sehen bei knapp 25°C. Wir wurden von Karl-Peter und Heiko begrüßt, für die der Trip schon sonntags begonnen hatte, und bauten dann unsere Zelte und unseren Pavillon auf. Die anderen – Florian, Thorsten, Joachim, Rüdiger und Harry – vergnügten sich währenddessen in der Kletterhalle in Innertkirchen.

Für Freitag war klettern am Grimsel geplant. Dort angekommen – 1000m höher und 10°C kälter – standen wir vor einer weißen, undurchdringlichen Nebelwand. Dank einer nicht ganz ernst gemeinten, glorreichen Idee von Corinna landeten wir gute 2 Stunden später bei strahlend blauem Himmel und 25°C im sonnigen Ponte Brolla. Die Seilschaften fanden sich schnell und los ging`s. Abends traf sich der Großteil der Gruppe in einem ortsansässigen Restaurant, um sich vor der Rückfahrt zu stärken. Die Portionen fielen jedoch recht klein aus, dafür die Preise umso höher. Nachdem wir losfuhren verloren sich unsere Autos recht schnell vor dem immerzu verstopften Gotthard-Tunnel. Dementsprechend trafen wir erst gegen 2 Uhr morgens auf dem Campingplatz ein.

Der nächste Tag begann für alle etwas später, außer für Rüdiger, der schon um 7 Uhr morgens fit wie ein Kletterschuh durch Innertkirchen joggte. Wir fuhren wieder hoch zum Grimsel, wo uns blauer Himmel und die Sonne entgegenstrahlte. Wir konnten uns trotz kühlem Wind an den Platten des Azalee Beach (1767m) austoben und die herrliche Aussicht auf die Landschaft und den Stausee genießen. Abends trafen wir uns unter unserem Geminschaftspavillon zum gemütlichen Beisammensein und zur Planung des nächsten Tages.

Der Sonntag begann mit gemütlichem Frühstück und einer ganz netten Tat von Heiko, der schon mittags die Heimreise antrat und uns deshalb unter die Arme griff und unser Geschirr wusch, damit wir früher los konnten. Dankeschön, Heiko .

Das Highlight unseres Kletter-Events wartete in Form von durchschnittlich 10 Seillängen alpinen Kletterns im 4. und 5. Grad an der Mittagsfluh (1637m). Für mich war es die erste alpine Klettertour und meine Laune sank schon vom Zustieg (45min). Am Einstieg angekommen war meine Laune im Eimer, doch nach der 2. Seillänge gewann die Freude am Klettern Überhand. Der Gipfel des Felsens war für mich gleichzeitig der Gipfel der Laune. Ich war froh, den ersehnten Gipfel erreicht zu haben und zu dem fühlte ich mich unendlich stark. Oben angekommen, machte ich mich zunächst mit Daddy (Georg) über die dort wachsenden Heidelbeeren her, bevor ich mich ausruhte. Die letzte Seilschaft, die Seilschaft von Werner, traf ungefähr 10 Minuten später ein. Der Abstieg, alpin, dauerte ziemlich genau 2 Stunden und beinhaltete 3 Seillängen abseilen.

Wieder angekommen auf unserem Campingplatz packten wir schnell alles zusammen, gingen noch schneller duschen und traten dann unsere Heimreise an, die für Werner, Claudia, Corinna, Georg und mich nachts um 2 Uhr endete.

Alina Bayer