Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir als Vierer-Seilschaft bei Nieselregen und tiefhängenden Wolken in Richtung Silvrettahorn. Zunächst wanderten wir durch verblocktes Gelände und über eine kleine Behelfsbrücke zur Grünen Kuppe. Unterwegs hatten wir sogar das Glück, einen Steinbock zu sehen. Vor dem ersten Ausläufer des Ochsentaler Gletschers wurde die Gletscherausrüstung angelegt und angeseilt. Langsam stiegen wir über den größtenteils aperen Gletscher in Richtung Egghornlücke. Dort angekommen pausierten wir kurz und legten die Gletscherausrüstung ab. Die Wolkendecke war nach wie vor dicht, so dass der Weiterweg größtenteils nicht einsehbar war. Über Blockgelände stiegen wir in Richtung Gipfel, wobei wir im oberen Teilstück aus Sicherheitsgründen wieder am Seil gingen. Wenige Höhenmeter unterhalb des Gipfels war noch ein kurzes ausgesetztes Gratstück zu queren. Aufgrund von Bedenken eines Seilschaftsmitglieds haben wir gemeinsam beschlossen davor umzukehren, da alle mit dem bis dahin erreichten Ziel zufrieden waren und allen das Gemeinwohl wichtiger war als ein Gipfelerfolg. Zurück bei der Egghornlücke wurde wieder die Gletscherausrüstung aufgenommen und an den gut sichtbaren Spalten vorbei Richtung Grüne Kuppe navigiert. Da bis zum Nachmittagskaffee noch viel Zeit war, wurde auf dem letzten Gletscherabschnitt eine kleine Wiederholung des Bergens mit Hilfe der losen Rolle absolviert. Anschließend überschritten wir die Grüne Kuppe und wanderten gemütlich zurück zur Wiesbadener Hütte.

Unserem Tourenführer Wolfgang ein herzliches Dankeschön für die ruhige und besonnene Leitung dieser Tour und die Geduld bei der Wiederholung der Spaltenbergung.

Andreas Knöpfler