Teilnehmer: Markus & Thorin, Maria, Ella, Andreas, Johannes, Lothar und ich, Jörg

Für den geplanten Zeitraum der Skitour waren sonniges, kaltes Wetter, geeignete Schneeverhältnisse und eine Lawinengefahrenstufe zwischen 2-3 (je nach Höhenlage) vorhergesagt. Damit stand der Kurzurlaub unter relativ günstigen Vorzeichen. Vom Ausgangspunkt der Tour in Buchboden (Großes Walsertal) war der Aufstieg zur Göppinger Hütte (ca. 1.400 Höhenmeter) mit etwa 5-7 Stunden eingeplant. Offen blieb die Frage, in welchem Zustand wir den Winterraum antreffen würden – auf jeden Fall unbeheizt.

23. Februar 2018

Nachdem sich alle Teilnehmer der Tour am Treffpunkt in Buchboden eingefunden hatten, wurde der Proviant aufgeteilt und die Ski befellt. Ein strahlend blauer Tag belohnte uns für das frühe Aufstehen. Der Aufstieg zur Göppinger Hütte erfolgte von Norden, sodass wir erst an Höhenmetern gewinnen mussten, bis wir die Sonne hinter dem Feuerstein erblicken konnten. Der Anblick war genial und die Wärme tat gut. Bald konnten wir auf Jacken und Handschuhe verzichten. Mit jeder Stunde, die verging, gewannen wir an Höhe und es schien, als könnten wir die verlorene Zeit allmählich wieder gut machen. Dann näherten wir uns allerdings einem mächtigen Felsriegel der uns den Weg und Blick zur Göppinger Hütte auf dem Gamsboden, einem Hochplateau zwischen dem oberen Lechtal und dem Großen Walsertal, versperrte. Wir näherten uns dem Hindernis an und sondierten die Möglichkeiten einer Überquerung.

Während dieser Orientierungsphase bemerkten wir einen Hubschrauber der Polizei, der Kurs in unsere Richtung nahm. Da wir uns nicht in einer Notsituation befanden, gaben wir keinerlei Zeichen zwecks eines Rettungseinsatzes der Piloten. Dennoch näherte sich der Hubschrauber bis auf wenige Meter und ein Polizist sprang in den Steilhang, um mit uns in Kontakt treten zu können (soweit das durch den vom Hubschrauber verursachten Lärm und das Schneetreiben möglich war). Uns wurde mitgeteilt, dass es bei der aktuellen Schneesituation nicht möglich sei, das Felsband zu überqueren. Diese Information war zwar enttäuschend, kam aber zu diesem Zeitpunkt nicht unerwartet und Markus erklärte sofort, dass wir den Rückzug antreten und ins Tal abfahren wollen. Die Überraschung war groß, als uns der Polizist einlud, die letzten ca. 2 km fliegender Weise zurückzulegen – und ausschlagen wollten wir dieses freundliche Angebot natürlich nicht   🙂

So erreichten wir doch noch am frühen Abend die zum Glück nicht eingeschneite Göppinger Hütte in 2.245 Meter Höhe, die in den nächsten beiden Nächten unser Basecamp sein sollte. Das in der notdürftig ausgestatteten Küche zubereitete Essen schmeckte hervorragend und wir konnten den Abend gemütlich ausklingen lassen.

24. Februar 2018
Am Tag zwei lief alles reibungslos. Nach einem gemütlichen Frühstück fuhren wir von der Göppinger Hütte aus unterhalb der Hochlichtspitze in Richtung Zug/Lech auf ca. 1.700 m NN ab. Wir erreichten bald einen sonnigen Rastplatz, von dem aus nach einer kleinen Stärkung der Aufstieg wieder begann. Nach relativ kurzer Zeit erschien unser Basecamp in Sichtweite. Allerdings war es viel zu früh, um diesen tollen Skitag schon zu beenden. Kurz entschlossen fuhren wir ein zweites Mal in Richtung Tal, wählen diesmal aber eine andere Variante. Bei teils idealen Schneeverhältnissen markierten wir unsere Spuren in den steilen Hängen und freuten uns über das phänomenale Panorama das uns die Berggruppe der nordwestlichen Kalkalpen an diesem Tag bot.

25. Februar 2018
Laut Wettervorhersage rollte eine Kältewelle heran und in der Nacht auf Sonntag war es bereits deutlich abgekühlt. Für die anstehende Talabfahrt zogen wir uns deshalb etwas wärmer an, als in den vergangenen Tagen. Eine größere Herausforderung resultierte allerdings daraus, dass der Rückweg nach Buchboden entlang der Aufstiegsspur zu riskant war – eine Alternative musste gefunden werden. Nach kurzer Diskussion eröffneten sich die folgenden beiden Optionen:

a) die Benutzung der Liftanlagen in Lech, um über Warth/Schröcken nur noch eine relativ kurze Fahrtstrecke bis zu unserem Ausgangsort Buchboden zurücklegen zu müssen, oder

b) direkt von Lech auf einem Umweg zu unserem Startpunkt zurück zu fahren.

Nach einer weiteren schönen Abfahrt erreichten wir alle unversehrt den Ort Lech. Von da aus wählten wir die Option b) und erreichten nach ca. 120 Kilometern und gut 1,5 Stunden Fahrtzeit wieder den Ausgangspunkt unserer Reise. So endete die von Markus Petermann prima organisierte Skitour in bester Stimmung. Wir waren eine tolle Gruppe, hatten gute Schnee-/Wetterbedingungen und eine bescheidene aber dennoch gemütliche Hütte – unter diesen Voraussetzungen musste das Wochenende ein voller Erfolg werden.

Vielen Dank an alle Teilnehmer und insbesondere an den Organisator „Piep Adventure & Catering Tours“!!