Tourenführer & Wanderleiter: Meinrad Rapp
Teilnehmer: Meinrad mit Elke, Michaela & Thomas. Gösta mit Hans & Johannes. Peter
mit Julia, Steffi & Stefan. Alexander mit Uta.

Wandertag 1: Parkplatz Kufstein- Sparchen über Pfandlhof und Klaushütte nach Anton
Karg Haus (11 km, 450 Hm)

Nach einer kleinen Pause in der Rauchergaststätte „Basislager“ ging es endlich um
14:00 Uhr los. Gleich zu Anfang ein heftiger Anstieg zum Eingewöhnen; wir sind ja nicht
zum Spaß hier, obwohl um kurz vorzugreifen, diesen wir reichlich hatten! Unterwegs ist
ein kleiner Abzweig zur Tischhofer Höhle. Na ja,sind ja nur 10 Minuten, aber wir geben
gut gewonnene Höhe wieder her, denn es geht ganz schön nach unten bzw. wieder
nach oben. Die Höhle ist aber sehr beeindruckend und wohl die älteste bekannte Besiedlung
von Tirol. Um 17:00 Uhr erreichen wir dann das Anton Karg Haus. Eine sehr schön gelegene Hütte
direkt am Fuß des Wilden Kaiser. Für die großen Männer sind die Ausmaße der Betten
ein kleines Handicap.Da wir alle sehr müde sind, ist für uns schon weit vor der Hüttenruhe
um 22:00 Uhr Schlafen angesagt.

Wandertag 2: Anton Karg Haus über Feldalmsattel und Stripsenkopf (1807) zum Stripsenjochhaus
(10 km, 1200 Hm)

Gut geschlafen, ausgeruht und mit einem kräftigen Frühstück im Bauch machen wir uns
gegen 08:30 Uhr auf den Weg zum Stripsenjochhaus. Nach der Durchquerung des Eselgatters
geht es steil und stetig im Zickzack bergauf. Obwohl morgens und im Schatten,
habe ich in meinem Leben noch nie so geschwitzt; patschnass erreichen wir endlich
den Feldalmsattel, wo wir uns eine kleine Pause gönnten. Ausgeruht geht es dann hoch
zum Kohllahnersattel und am Feldberg vorbei zum Stripsenkopf. Da die meisten immer
noch nicht genug haben, machen wir noch einen kleinen Schlenker hoch zum Stripsenkopf.
Ein kurzer steiler Anstieg mit ein paar kleineren Klettereinlagen. Oben angekommen
genießen wir einen grandiosen Ausblick: Im Westen der Karwendel mit Zugspitze
im Nordwesten. Im Nordosten sieht man Teile des Chiemsees und im Osten hinter dem
Hochkalter lugt der Watzmann aus dem Dunst heraus. Ein langer Tag geht zu Ende ,
endlich angekommen nach 1200 Meter Anstieg bei diesem tollen Wetter, darauf dürfen
wir stolz sein.Die Hütte ist sehr modern und groß und wir freuten uns alle aufs Duschen.
Nach dem Essen beobachten wir noch auf einer kleinen Anhöhe 2 Gämsen, die
sich in aller Ruhe keine 100 Meter entfernt des Lebens erfreuen. Ein anderes Ereignis
betrübt uns doch:3 Bergsteiger sind noch zu dieser fortgeschrittenen Zeit in der Wand
hoch zum Totenkirchl unterwegs. Keine Stunde später kreist ein Hubschrauber oben im
Grat und rettet wohl mit seinem Flugkönnen (mit einer Kufe am Grat) die Bergsteiger .
Auch an diesem Abend gehen für die Lichter früher aus als 22:00 Uhr.

Wandertag 3: Stripsenjochhaus über Hans Berger Haus und Anton Karg Haus zur
Kaindlhütte (15 km, 750 Hm)

08:45 Uhr heißt es „Allah tschüss“ und wir ziehen los zum wohl schönsten Abschnitt
dieser Tour. Aber es kommt wie es kommen muss: Steffi hat am Vorabend nicht aufgegessen
und in der Nacht beginnt es zu regnen. Wir gehen also am Morgen los mit leichtem
Niederschlag, der aber unserer guten Laune nichts anhaben kann. Steiler Abstieg
zum Hans Berger Haus. Eine kleine schnuckelige Hütte, die wohl als einzige Hütte in Tirol
von einer Frau geleitet wird; die außerdem die „Wilde Kaiserin“ genannt wird. Im
altbekannten Anton Karg Haus machen wir einen Boxenstopp. Ein anderes Schauspiel
beobachten wir von der Terrasse: Herr und Frau Esel haben sich wohl lieb und mehr
oder weniger waren unsere Damen darüber sehr beeindruckt. Na ja, zurück auf der
Erde geht es dann weiter zur Kaindlhütte. Der Bettlersteig ist sehr steil und bietet auch
ein paar Sicherungen. Hier heißt es „Uffbasse“. Der Steig ist mit Rot gekennzeichnet
und somit auch von uns gut begehbar. Oben angekommen erstreckt sich eine Art Hochplateau
und wir können von der Weite aus schon die Kaindlhütte sehen. Da wir recht
früh am Nachmittag ankommen, sind wir nach dem Einchecken noch auf den Hochegg
(1470) gelaufen. Wieder eine tolle Aussicht mit Blick ins Inntal bis nach Innsbruck und
nach Bayern. Die Kaindlhütte ist eine einfache aber schöne Hütte, in der die Bettenlänge
leider auch nur 180 cm aufweist. Durch das schöne Wetter gibt es zu wenig Wasser ,
so dass die Dusche ausfallen muss.

Wandertag 4: Kaindlhütte über Gamskogel und Brentenjoch zum Weinbergerhaus (15,5
km, 600 Hm)
Nach einer guten und ruhigen Nacht gehen wir gestärkt wieder kurz über das Hochplateau,
biegen dann aber in Richtung Gamskogel ab. Nach kurzer Wanderung das Gamskogel.
Auch hier wieder eine kurze Pause zum Ausruhen und genießen der wunderschönen
Bergwelt. Wir erreichen recht früh das Weinbergerhaus. Nachdem die Zimmer wieder
verteilt sind, gehen wir noch eine kleine Runde zum Berghaus Aschenbrenner. Zurück
gehen wir einen anderen Weg über Duxeralm zur Brentenjochalm. Mit warmen Decken
und allerlei Witz und Gelächter beobachten wir am Abend den Sonnenuntergang
über dem Inntal. Ja, so langsam muss man an den Abschied denken, aber heute sind
wir nicht vor 22:00 ins Bett gegangen.

Wandertag 5: Weinbergerhaus über Duxeralm und Kaiserbachtal zum Parkplatz (9 km,
150 Hm)

Früher als sonst gehen wir los in Richtung Kufstein: den gleichen Weg, den wir am Vortag
gegangen waren. Bei der Duxeralm biegen wir jedoch in Richtung Dickichtkapelle
ab. Nach kurzer Zeit erreichen wir den Abstieg zum Kaiserbach, überqueren den mit Hilfe
einer kleinen Brücke, die nur ein Geländer hat, und gehen hoch zur bekannten Tischhofer
Höhle. Ab da ist uns der Weg schon bekannt und der Kreis schließt sich wieder.
Gegen 11:30 Uhr sind wir am Parkplatz und entgegen der Planung, noch zu einem Orgelkonzert
auf der Burg zu gehen, fahren wir langsam und gemütlich los Richtung Heimat.
Wir verabschieden uns herzlich und jeder geht seinen Weg.Es war eine sehr schöne
und harmonische Tour. Hier noch einmal vielen Dank an den Wanderleiter Meinrad
und an die vier Fahrer, die uns sicher und bequem wieder nach Hause gebracht haben.

Bericht: Thomas Storz