Am Mittwoch, den 6. Juni, trafen sich zeitversetzt, es war ja noch Schule bzw. ein Arbeitstag, 9 Erwachsene und 9 Kinder auf der Feldbergpasshöhe in der Jugendherberge zum Abendessen. Da der etatmäßige Familiengruppenleiter aufgrund Krankheit ausfiel, übernahm Hans Gemar der Betreuung, der etwas kleinen, dezimierten, aber feinen Gruppe. Gleich nach dem Abendessen, wir hatten für die 5 Tage ein eigenes großes Zimmer, was wir zum Essen und auch davor und danach nutzen konnten, ging es zur Besprechung, was wir die nächsten Tage miteinander unternehmen wollten. Für jeden Tag hatte der Verantwortliche eine Tour vorbereitet.

Am ersten Tag ging es gleich hoch hinauf auf den Feldberg, um den Premiumweg „Feldberg-Steig“ mit ca. 14 Kilometern zu genießen. Von unserer Jugendherberge ging es hoch zum Parkplatz mit dem Haus der Natur, von dort der Anstieg über das Bismarck-Denkmal zum Feldberggipfel von 1.493 m. Am Bismarckturm versuchten sich unsere jungen Kletterer bereits mit den ersten Kletterversuchen. Leider war die Fernsicht an diesem Tage nicht so gut. Auf dem Feldberggipfel blies ein gewaltiger Wind, wir mussten unsere Lunchpakete wieder einpacken und hofften auf der nächsten Hütte etwas weniger Wind zu haben. Leider war die St.Wilhelminer Hütte, eine Privathütte, nicht erpicht, dass wir unser Essen und Trinken auspacken. Deshalb ging es weiter, leider fing es inzwischen an zu regnen, zur Zastlerhütte und dann zum Naturfreundehaus. Dort konnten wir endlich unsere Lunchpakete verzehren, inzwischen hatte auch der Regen aufgehört, und die Kinder konnten sich auf dem Spielplatz der Hütte austoben, sie hatten vom Wandern noch nicht genug. Weiter ging es über den Raimartihof zum Feldsee. Hier hatten wir das große Glück, bei tollen Sonnenschein am Seeufer den Tag ausklingen zu lassen. Einige hatten sogar die Schuhe ausgezogen und im See ihre Füße gekühlt. Dann ging es wieder zum Aufstieg auf den Parkplatz bzw. des Hauses der Natur, wo wir den Tag ja begonnen hatten. Leider wurden wir auf dem restlichen Weg zur Jugendherberge nochmals etwas nass, weil der Regen wieder zurückkam. Nach dem Abendessen, das Zeitfenster, von 18.00 bis 18.45 Uhr war leider etwas kurz, konnten sich die Kinder, sie waren scheinbar vom Wandern gar nicht müde, in der hauseigenen Sporthalle nochmals austoben. Die Erwachsenen planten dann die Tour für den nächsten Tag.

Aufgrund eines Gespräches mit einem Paar auf dem Feldbergsteig, einigte man sich, etwas mit dem Auto wegzufahren und die Wutachschlucht zu durchwandern. Da Freitags vom Anfang bis zum Ende der Schlucht keine Busse fahren, wollte man die Autos versetzt stellen, um flexibel die Rückfahrt antreten zu können. Leider zwang uns ein Erdrutsch mit einer total schlecht beschilderten Umleitung zu diversen Irrfahrten, wo wir fast eine Stunde verloren. Wir einigten uns dann darauf, die Autos an der Wutachmühle abzustellen und in die Schlucht hineinzugehen und dann wieder den gleichen Weg zurück. Leider regnete es an diesem Tag auch ab und zu, der Weg war schon rutschig. Aber der teils schmale manchmal auch gesicherte Pfad war schon ein gewaltiges Erlebnis. An steilen Feldwänden entlang ging es vorbei an dem Rümmelesteg bis zur Schurhammerhütte. Dort konnten wir unsere Lunchpakete genießen. Nun änderte man den Tourverlauf, die Fahrer gingen wieder zurück und der Rest der Gruppe ging die Tour weiter. Der Tannegger Wasserfall war natürlich etwas besonderes für unsere Kleinen. Vorbei an dem Badhof des ehemaligen Bad Boll, einer verfallenen Kirche, die wieder restauriert werden soll, verließen wir wieder die Schlucht und stiegen vorbei an einer Ruine, hoch nach Boll. Oben angekommen, warteten schon unserer Fahrer auf dem Parkplatz, um von dort die Heimreise auf den Feldberg anzutreten. Ein durch die schlechte Umleitung etwas chaotischer Tag, aber trotzdem gelungen, alle hatten neue Erlebnisse in der Schlucht gesammelt. Auch König Fußball mit der Euro kam nicht zu kurz. Die zweite Halbzeit des ersten Spiels und auch das zweite Spiel konnten jeweils, wer wollte, angeschaut werden. Die Jugendherberge hatte im Haus genügend Fernseher aufgestellt.

Am dritten Tag sollte dann das Highlight für alle sein, unsere Tour vom Feldberg bis nach Todtnau. Von unserer Jugendherberge gings über die Straße auf die gegenüberliegende Seite. Von dort stiegen wir hinauf auf die Grafenmatt-Gipfelhochfläche, auf dem bekannten Westweg des Schwarzwaldes. Am Herzogenhorn, dem zweithöchsten Gipfel mit 1.415 m, trennte sich die Gruppe. Ein großer Teil der Erwachsenen und Doro erstieg den Gipfel, der Rest der Gruppe mit dem Reiseführer wollte sich am Bernauer Kreuz wieder treffen. Da es der Gruppe am Bernauer Kreuz zu kalt wurde, trennte man sich nochmal. Ohne den Führer ging es weiter bis zum nahen Berggasthof Gisiboden. Der Führer wartete dann auf die Gipfeltruppe, dich sich unterwegs etwas verlaufen hatte, und gemeinsam gings dann zum Gasthof, wo wir die andere Gruppe wieder trafen. Nach einer Stärkung liefen wir dann weiter Richtung Todtnau, die Kinder waren heute nicht mehr aufzuhalten, weil ihr Höhepunkt ja bevorstand. Ein Teil der Gruppe ging kurz vor Todtnau noch zum neuen Aussichtsturm auf dem Hasenhorn. Hier hatten wir eine herrliche Aussicht, weil das Wetter es an diesem Tag besonders gut mit uns meinte. Dann kam es zum Highlight, die spektakulärste Coasterbahn Deutschlands wartete auf uns. Ein einmaliger Fahrspaß für kleine und große Flitzer. Die schienengeführten Schlitten fahren auf 2,9 km Länge hinab ins Tal, die Geschwindigkeit bestimmt jeder selbst. Es sind richtige Mutproben, einmal ohne die Bremse zu betätigen, in die Kurven hineinzufliegen. Alle hatten großen Spaß, manche fuhren noch einmal mit der Seilbahn hoch, um diesen Genuss noch ein zweites Mal zu haben. Mit kühlen Getränken an der Seilbahngaststätte ließen wir den Tag nochmals Revue passieren. Da wir für die Rückfahrt mit dem Bus noch etwas Zeit hatten, besuchten wir noch das Städtchen Todtnau. Der Reiseführer bedankte sich bei den Kids jeweils mit einem Eis, was sehr mundete.

Am Sonntag gings dann leider wieder auf die Heimreise, allerdings nicht direkt, denn der Reiseleiter hatte noch eine kleinere Tour für die Gruppe ausgesucht, die zwischen dem Feldberg und dem Titisee, in Bärental begann und ca. 8 km betrug. Von Bärental gings wieder auf dem Westweg hoch hinauf zum Aussichtspunkt „Zweiseenblick“. Dort konnte, nachdem man die üblichen Lunchpakete verspeist hatte, der Titisee und auch der Schluchsee mit einem herrlichen Panoramablick genossen werden. Über Neuglashütten gings dann wieder zurück zum Parkplatz in Bärental. Auch das Wetter spielte an diesem Tage mit, es war herrlicher Sonnnenschein.

Nachdem die Wanderschuhe ausgezogen waren, machte man noch auf dem Parkplatz eine Manöverkritik über die vergangenen Tage. Jeder kam zum Wort, ob gut oder schlecht. Den Kids schmeckte natürlich zuhause bei Mama das Essen besser, aber sie wurden alle satt, keiner musste hungern. Das Preis- Leistungsverhältnis stimmte, man war ja in keinem Sternehotel untergebracht. Der Ersatzreiseleiter erwähnte, er ist eben kein A.Loos, hoffe aber, dass alle mit dem Ersatz zufrieden waren. Zufrieden, mit vielen neuen Eindrücken, ohne irgendwelche Verletzungen, wurde dann die Heimreise angetreten.

Hans Gemar