Teilnehmer: Thomas Storz, Sonja Schüle-Storz, Carsten Pfaffmann, Andreas Eichhorn, Michaela von Nida, Inge Sauter-Greichgauer, Karl Hoffmann, Stefan Moster, Steffen Einspänner, Volker Minge

Der Great Glenn Way ist eigentlich die logische Fortsetzung des West Highland Way, den wir im vergangenen Jahr gemacht hatten. Er beginnt in Fort William am Fuße des Ben Nevis und führt entlang des Kaledonischen Kanals und den Seen Loch Lochy, Loch Oich und dem sagenumwobenen Loch Ness auf einer Länge von ca. 140 km zur Hauptstadt der Highlands nach Inverness an der Ostküste. Der Weg ist sehr gut ausgeschildert und größtenteils befestigt, so dass er sich eigentlich besser als Radweg, den als Wanderweg eignen würde. Mit dem Rad wäre der Weg in zwei bis drei Etappen zu schaffen – durchaus eine lohnende Alternative.

Tag 1:

Ankunft in Glasgow Airport mit einem Linienflug der Lufthansa. Übernachtung in Glasgow im Merchant Inn, einem guten Mittelklasse-Hotel in Zentrumslage.

Tag 2:

Der Vormittag steht der Gruppe zur freien Verfügung und wird größtenteils zu einer Besichtigung der Fußgängerzone und der sehr beeindruckenden Kathedrale genutzt. Am Mittag fahren wir mit dem Zug nach Fort William. Die ca. 4-stündige Fahrt verläuft oftmals entlang des West Highland Way und beschert uns viele bekannte Ausblicke. Übernachtung im Guisachan House in Fort William, einem sehr gemütlichen B+B mit einer sehr gut bestückten Bar (42 Whisky-Sorten)!

Tag 3:

Etappe 1: Fort William – Gairlochy – Spean Bridge, 25 km, 5:30h Gehzeit

Heute beginnt unsere eigentliche Tour. Wir lassen am Morgen recht schnell Fort William hinter uns und folgen größtenteils dem Kaledonischen Kanal bis nach Gairlochy. Hier endet normalerweise die 1 Etappe, jedoch gibt es dort so gut wie keine Unterkunft, so dass wir ca. 6 km weiter nach Spean Bridge laufen müssen. Unterwegs kommt ab und zu ein Boot vorbei getuckert, absolutes Highlight ist aber die Schleuse Neptuns’s Staircase aus dem 19. Jahrhundert. Die Schiffe erklimmen hier 19 Meter Höhe in 8 Stufen.

Übernachtung im Spean Bridge Milton Hotel in Holzhütten im Hof.

Tag 4:

Etappe 2: Spean Bridge – Gairlochy – Laggan Locks, 27 km, 6:00h Gehzeit

Zunächst müssen wir die 6 Kilometer zum Einstieg in den GGW wieder zurücklaufen. Pünktlich zum Abmarsch beginnt es zu regnen und wir werden für ca. 2 Stunden ordentlich geduscht. Der Regen lässt aber nach, so dass wir schließlich doch trocken an unserem Ziel ankommen.

In Gairlochy nehmen wir den GGW wieder auf, der gemütlich durch Eichenwälder am Ufer des Loch Lochy verläuft und traumhafte Ausblicke auf den See gewährt. Der erste Ausblick auf Laggan Locks mutet schon fast mediterran an.

Übernachtung im Forest Inn, einem sehr gemütlichen B+B mit zwei sehr „quirligen„ Inhaberinnen. Kein Alkoholausschank aber ein gutes Abendessen mit typisch englischem Nachtisch hat uns wieder zu Kräften gebracht. Außerdem hatten wir vorgesorgt und ca. 25 Dosen Bier mit dabei. Somit war der Abend gerettet.

Tag 5:

Etappe 3: Laggan Locks – Fort Augustus – Invermoriston, 30 km, 6:30h Gehzeit

Zunächst folgen wir der Trasse einer stillgelegten Eisenbahn. Der Weg verläuft weiter durch Mischwald entlang des Loch Oich. Am Ende des Sees stoßen wir wieder auf den Kaledonischen Kanal, der uns bis nach Fort Augustus begleitet. Wir haben den Loch Ness erreicht, was ein Teil der Gruppe zu einer Schifffahrt über den See nutzt und anschließend mit dem Bus zu unserem Etappenziel fährt, während der Rest die verbleibenden 9 km auf Schusters Rappen bewältigt.

Übernachtung im Baccarina House, sehr komfortables und gepflegtes B+B.

Tag 6:

Etappe 4: Invermoriston – Drumnadrochit, 26 km, 6:00h Gehzeit

Diese Etappe ist sicher die anspruchsvollste auf dem Great Glenn Way. Auf ihr ist ein langer Anstieg beginnend in Invermoriston auf eine Höhe von knapp über 400 Metern zu bewältigen. Der Lohn der Anstrengung ist jedoch (klares Wetter vorausgesetzt) ein fantastischer Blick auf den 35 Km langen Loch Ness, der 400 Meter unter uns liegt. In Drumnadrochit angekommen teilt sich die Gruppe, drei fahren mit dem Bus zum Urquart Castle, eine mittelalterliche Burgruine am Ufer des Loch Ness, die in großen Teilen noch erhalten und durch seine Lage wirklich sehenswert ist, die anderen genießen beim Bierchen das schöne Wetter!

Übernachtung im Fiddler’ s Rest, gemütliches Pub mit gutem Essen.

Tag 7:

Etappe 5: Drumnadrochit – Inverness, 31 km, 07:00h Gehzeit

Die Gruppe teilt sich wieder und einige wollen sich den morgendlichen steilen Anstieg ersparen und fahren ein Stück mit dem Bus. Obwohl es an unserem Einstieg in den GGW keine Bushaltestelle gibt, hält der nette Busfahrer doch für uns an. Die Landschaft öffnet sich und der Weg verläuft größtenteils durch offenes Moorland und schmale Waldwege. Die Gruppe hat sich wieder zusammengefunden und macht Rast in einem sehr urigen Café mitten im Wald. Hier gibt es zwar nur Saft und Zitronenkuchen zu happigen Preisen, aber das ganz „besondere“ Ambiente und der stark an Catweazle erinnernde Inhaber, sind einen Halt allemal wert.

Gestärkt gehen wir den Rest der Etappe an. Der restliche Weg zieht sich dann noch ordentlich, erschöpft aber glücklich erreichen wir schließlich Inverness.

Übernachtung im Atholdene House, sehr gemütliches B+B.

Tag 8: Inverness

Der letzte Tag steht zur freien Verfügung. Inverness ist eine sehr lebhafte Stadt. Leider zeigt das schottische Wetter zum Schluss unserer Tour noch einmal alles was es zu bieten hat: es regnet und stürmt den ganzen Tag. Lohnend ist die Besichtigung von Inverness Castle.

Tag 9: Abreise:

Mit dem Bus geht es auf einer ca. 4 – stündigen Tour zurück nach Glasgow. Unser Gefährt ist sehr komfortabel, die Landschaft ist sehr abwechslungsreich und zeigt nochmal einen schönen Querschnitt Schottlands. Am Nachmittag fliegen wir dann wieder zurück nach Frankfurt.

Fazit:

Thomas und Sonja haben wieder eine Super-Tour aus dem „Hut gezaubert“. Wir wollen uns an dieser Stelle herzlich dafür bedanken und freuen uns schon auf den Speyside Way im nächsten Jahr!

Bericht: Volker Minge