Hohe Tauern, Großglocknergruppe, 07.07. – 12.07.2013

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Dank der früher Abfahrt in Kandel treffen wir (Gerhard, Hermann, Hubert, Edwin, Georg und ich, Corinna) schon um 10 Uhr im Parkhaus an der Kaiser Franz Josef Höhe (2338m) ein. Kurzes Vesper und die Rucksäcke werden geschultert. Auf geht´s Richtung Oberwalderhütte auf 2973m. Der Weg führt uns zuerst durch mehrere Tunnels, die kurzweilig mit Märchenfiguren und Glockenspielen animiert sind. Weiter wandern wir bis zum Gletscherrand. Dort heißt es aufrödeln, volle Gletscherausrüstung und weiter nach oben. Dank der kurzen Nacht und der Autofahrt fällt der Aufstieg nicht ganz so leicht, zumindest mir! An der Hütte angekommen, heißt es Lager beziehen und den Tag ausklingen lassen.

Montag wollen wir zuerst die alpine Sicherungstechnik und Spaltenbergung auffrischen, was sich aber gar nicht so leicht gestaltet. Da die Gletscherspalten noch dick zugeschneit sind. Vor einer Woche gab´s an der Hütte noch einen 3/4 Meter Neuschnee, aber wir finden eine geeignete Stelle und üben konzentriert. Am Nachmittag gibt es noch eine Eingehtour zum „Eiswandbichl (3359m)“, von dort hinab in die Führerscharte und wieder hinauf zum „Vorderen Bärenkopf (3249m)“. Nach 2,5 Std tiefschneegestapfe, dank der wärmenden Sonne , treffen wir am Nachmittag wieder auf der Hütte ein und genießen das Hüttenleben.

Dienstag steht der „Johannisberg (3463m)“ auf dem Programm. Um 7 Uhr starten wir. Bei der langen Gletscherquerung werden wir doch prompt von einem Skitourengeher überholt…und das im Juli!? Den Gipfel erreichen wir über den Südostgrat. Von dort steigen wir wieder ein gutes Stück bis auf 3000m ab und queren rüber zur „Hohen Riffl (3338m)“. Weiter nehmen wir noch auf dem Abstieg einem kleinen Gegenanstieg, das „Schattseitköpfel (3142m)“ mit und erreichen gut gelaunt, dank eines Traumtages mit Sonne pur, die Hütte.

Mittwochs starten wir Richtung „Klocknerin (3422m)“. Leider hat sich die Sonne hinter Nebel und Wolken versteckt, aber wir stapfen trotzdem los. Unser Weg führt über die Bockscharte zur Keilscharte, auf der wir leider ohne Sicht stehen. Keine Sicht, keine Spur. Da dort in diesem Sommer noch niemand war, beschließen wir nicht weiter zu gehen. Programmänderung! Nach einer Pause steigen wir auf den „Großen Weißen Bärenkopf (3396m)“ auf. Am Gipfel genießen wir keine Sicht und steigen zügig wieder ab. Zwischendurch schaut die Klocknerin mal durch den Nebel und wir  bzw. Gerhard kann sich den Aufstieg anschauen. Wieder zurück an der Scharte steigen wir noch gegenüber zum „Mittleren Bärenkopf (3237m)“ auf, überschreiten diesen bis zum bekannten „Eiswandbichl“ und kommen nach einer langen Gletscherquerung wieder gegen 12 Uhr an der Hütte an. Optimale Ausnutzung des nicht so tollen Wetters! Am Abend bespricht sich Gerhard mit einer Bundeswehrgruppe, die zur Ausbildung auf der Hütte sind. Diese wollten am heutigen Tag auf die „Hohe Dock (3348m)“. Sie haben bis zum Aufstieg über einen Felsriegel gespurt, mussten dort jedoch umdrehen, da noch zu viel Schnee liegt. Also können wir diesen Gipfel leider streichen.

Donnerstags ist das Wetter etwas besser und wir beschließen gemeinsam einen erneuten Versuch auf die Klocknerin. Doch leider erreicht uns an der Keilscharte wie am Vortag wieder der Nebel und wir müssen umkehren und steigen auf bekanntem Weg wieder ab. Früh sind wir zurück an der Hütte und verbringen den Nachmittag mit lesen und relaxen.

Freitags heißt es dann schon wieder packen und Abstieg ins Tal. Ich finde wir haben das Beste aus der Schnee- und Wetterlage gemacht, wenn auch die hohen impossanten Gipfel nicht möglich waren. Aber wie heißt es so schön: „Die stehen nächstes Jahr auch noch!“

Berg heil!

Corinna Baumann