Gleich nach der Anreise zum Sustenpass und dem „Einchecken“ in der Alpin Lodge des Hotels Steingletscher ging es mit den ersten „Trockenübungen“ los. Wir gingen ein Stück hinter unsere Hütte und übten auf der Wiese oberhalb des Steinsees – nach Wiederholung der wichtigsten Knoten – die Spaltenbergung. Später durften wir die Selbstrettung mittels Prusik- und Gardaknoten im nahegelegenen Klettergarten trainieren. Abends in der Hütte traf noch Marcus zu uns, der direkt von einer vorhergehenden Tour anreiste. Draußen regnete es nun in strömen, während wir drinnen gemütlich beim Schweizer Buffet saßen, welches anlässlich des Nationalfeiertages aufgetischt wurde. Anschließend gab es auch noch ein Feuerwerk.

Am nächsten Tag wurde es dann ernst. Nach einstündiger Wanderung erreichten wir den Steingletscher. Zunächst erlernten wir dort verschiedene Gehtechniken auf dem Eis. Nach einer Mittagspause gingen wir dann ein Stück weiter hinauf und suchten uns eine geeignete Spalte, in der wir dann den ganzen Nachmittag Spaltenbergung übten. Jeder durfte jede Position am Seil üben und somit kam auch jeder in den Genuss die Spalte von innen zu besichtigen. Außer Michael, der das ganze genau beobachtete und an der ein oder anderen Stelle korrigierend einwirkte. Zwischendurch legten wir eine Pause ein. Wir trauten unseren Augen nicht: Inge packte einen selbstgebackenen Nusskuchen aus ihrem Rucksack aus und servierte dazu sogar noch Kaffee. Das war Spitze! Vielen Dank!

Am nächsten Morgen durften wir dank der schlechten Wetterprognose ausschlafen. Nach dem Frühstück stiegen wir zu fünft zur Tierberglihütte (2.795 m) auf. Jörg musste leider zurückbleiben, da er sich am Vortag am Fuß verletzte, als er auf dem Gletscher ausrutschte: Trockenen Fußes an der Hütte angekommen, war schnell klar, dass ein weiterer Aufstieg zum Gipfel an diesem Tag nicht möglich ist. Bald fing es dann auch schon an zu regnen. Nachmittags machten wir einen kleinen Spaziergang am Bergkamm entlang, um auf den Gletscherbruch schauen zu können und übten anschließend in der Hütte nochmals verschiedene Knoten.

Gleich nach dem Frühstück ging es am nächsten Tag um 6.00 Uhr zum Gletscher. Heute durften die erlernten Gehtechniken praktisch angewendet werden. Der 3-stündige Aufstieg zum Großen Sustenhorn (3.503 m) wurde oben am Gipfel gebührend belohnt. Von hier konnte man alle namhaften Berge des Wallis und der Berner Alpen sehen. Im Norden verdeckten uns leider die Wolken den Ausblick. Nach einem Gipfelfoto und kurzer Trinkpause stiegen wir wegen des eisigen Windes direkt wieder ab. An der Tierberglihütte angekommen, machten wir eine Mittagspause bevor wir ganz hinabwanderten, um die Heimreise anzutreten.

Insgesamt eine wunderschöne Tour, bei der einiges wiederholt, aber auch viel Neues erlernt wurde.

Barbara Merdian