Geplant war ja ein früherer Start. Wie in den Alpen galt es allerdings die Tour an die geänderten Bedingungen anzupassen und einen Plan B in der Tasche zu haben. Bedingt durch die nicht ganz optimalen Wetterverhältnisse starteten wir daher erst gegen 9:00 am Jugendzeltplatz in Hauenstein. Bestens ausgerüstet um allen Witterungsbedingungen erfolgreich trotzen zu können (Sonnenbrille und Regenhose) wanderten wir bestens gelaunt in Richtung Neding.

Dort erwartete uns bereits Georg mit der ersten eingerichteten Toprope-Tour direkt neben dem Felsentor. Unter der fachlichen Leitung von Karl-Peter Denzer sicherten Georg und Karl-Peter von oben alle Kletterer am teilweise noch etwas feuchten Fels. Das ging sehr schnell von statten, sodass wir alsbald weiterlaufen konnten während Georg alles wieder abbaute und sich zum nächsten Fels begab.

Auf unserem Weg dahin lag die Falkenburg, bei dem wir spontan eine Klettereinlage einbauten, um dann geschützt unter dem Fels erstmal den nächsten Regenschauer abzuwarten und uns gleichzeitig zu stärken. Natürlich mussten wir danach auch noch die Falkenburg erklimmen und unsere Blicke über die typische grüne Pfälzer Landschaft schweifen lassen bevor es gut gelaunt weiter zur Mittleren Deichenwand ging.

Hier hatte Georg bereits das ZET und die Bogenrampe eingerichtet. So konnten sich die Teilnehmer aufteilen. Im Nachhinein betrachtet dürfte dabei die nominell schwierigere ZET die leichtere Route gegenüber der nach dem Regen extrem glatten Bogenrampe gewesen sein. Aber auch diese wurde erfolgreich gemeistert. Zwischendurch kam jetzt sogar die Sonne durch, und gemeinsam mit dem Wind konnte sogar der Fels etwas abtrocknen. Ob das so bleiben würde?

Wir waren jetzt unterwegs zum Kuh- und Eselfels, den wir allerdings bedingt durch Wetter und späteren Start klettertechnisch links liegen ließen und uns zur letzten alpinen Station begaben, dem Höllenfelsen.

Dort hieß es abseilen. Und als hätte Petrus von unserer Aktion gehört, sorgte er mit seinem Regen für echtes alpines Flair. So drifteten alle beim Abseilen am Einzelstrang auf der schrägen Platte nach rechts ab. Auf der jetzt offenbar mit Schmierseife behandelten Platte gab es kein Halten mehr. Aber alle kamen wohlbehalten unten an, mittlerweile auch mit echter Pfälzer Schlechtwetter-Patina bedeckt.

Der Weg zurück zum Jugendzeltplatz in Hauenstein war nur noch Formsache. Es regnete mittlerweile auch nicht mehr. An der Feuerstelle hatte Georg bereits das Feuer in Gang gesetzt. Wir zogen es jedoch vor in die windgeschützte Hütte um zu ziehen. Dort übernahm Lothars Kugelgrill jetzt eine Doppelfunktion, heizen und grillen, während wir uns das wohlverdiente Bier schmecken ließen.
Der weitere, sehr lustige, Abend war geprägt von Essen mit vielen leckeren Salaten, selbst gebackenem Brot und einer ganzen Schachtel Mohrenköpfe (Danke Karin und Horst), aber auch von gemütlichem Beisammensein am prasselnden Feuer bis spät in die Nacht.
Am nächsten Morgen schien, wenn auch nicht sehr lange, die Sonne. Es gab ein gutes und langes Frühstück mit frischem Kaffee, Lothars legendärem Rührei mit Zwiebel und Speck sowie frischen Brötchen (Danke Corinna und Gabi).

Mit dem Abbau der Zelte und dem Saubermachen des Platzes endete das 2-tägige Abenteuer. Für eine mögliche Wiederholung wurden bereits weitere Ideen gesammelt.

Es war ein ganz besonderes Event der Extraklasse, welches die Pfalz in vielerlei Hinsicht würdig repräsentierte. Herzlichen Dank an Judith und Lothar für die klasse Organisation und Durchführung sowie an Karl-Peter für die klettertechnische Unterstützung. Ein besonderer Dank gilt auch Georg, der sich ganz in den Dienst des Events gestellt hat. Ohne ihn wäre das nicht so zügig und zuverlässig durchführbar gewesen. Und er musste auf den Hund aufpassen …

Text: Harald Winter
Bilder: Judith Glaser, Harald Winter